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Raumproduktion + Wahrnehmungspolitik x 3 Das theatercombinat arbeitet seit geraumer Zeit an der Erforschung performativer Handlungsräume. Im September 2005 wird der dritte und vorläufig letzte Teil der Forschungsserie veröffentlicht. raum.bild.bildraum "raum wird hergestellt durch spezifische soziale prozesse. im gegensatz zu anderen waren ist er aber gleichzeitig materielles objekt und medium, in dem andere waren und gesellschaftliche verhältnisse geschaffen werden. so reproduziert und modifiziert raum permanent die gesellschaftlichen voraussetzungen seiner eigenen produktion." (Henri Lefèbvre, "The production of space") 1. Archiv/Diskurs-Raum Begonnen hat alles mit der Inbetriebnahme der "firma raumforschung" im vorigen Jahr. In einem Gassenlokal im 7. Wiener Gemeindebezirk beschäftigte sich das theatercombinat und in seinem Auftrag Theoretiker- und PraktikerInnen mit verschiedenen Diskursen zum erst mal recht abstrakt in Erscheinung tretenden Thema "Raum und Raumproduktion". In einer Montagsveranstaltungsserie (Herbst 2004) wurden diesbezüglich unterschiedliche Bereiche (wie Architektur, Soziologie, Philosophie, Kunstgeschichte, Theater- und Tanztheorie) untersucht und diskutiert, das Themenfeld, Begriffe und Wahrnehmungsbilder auseinanderdividiert und im gemeinsamen Kommunikationsraum wieder zusammengesetzt. Spezifische soziologische Fragestellungen überkreuzten sich u.a. mit Ansätzen zu künstlerischen und politischen Praktiken, und Problematisierungen von "Philosophien, Politiken und Bilder zur Verteilung im Raum". "bildbeschreibung zweifel am bild zweifel am sehen zweifel am betrachter" (Archivmaterial Heiner Müller) 2. Theater/Supermarkt-Raum Die performative Raum- und Diskursauseinandersetzung verlagerte sich in Folge (im Frühjahr 2005) in den 2. Bezirk, in ein ehemaliges jüdisches Theater am Nestroyplatz, das für lange Zeit als Supermarkt genutzt wurde und dessen Raum noch immer die konträren Spuren der Nutzung repräsentiert. "ou est donc le tableau" setzte in 76 Vorstellungen vor jeweils 3 geladenen ZuschauerInnen, die sich als wesentlicher Teil des Raumsettings wiederfanden, verschiedene choreographische Versionen der Texte "Bildbeschreibung" (Heiner Müller) und "Die Hoffräulein" (Michel Foucault) räumlich in Szene, in denen es jeweils um konkret erscheinende Gemälde/Bildbeschreibungen und Fragen der Repräsentation und Machtpolitik geht. Tatsächlich ereignete sich so ein raum/zeitlich aktuelles und virtuelles Spiel zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft das die eigene Wahrnehmung im "Theater der Repräsentation" erschütterte (so man/frau sich auch darauf einlassen konnte/wollte). Das Thema wurde in seiner performativen Macht mitunter affektiv, fühlbar. "landschaft, labor, vielleicht auch ich versuchsanordnung" (Archivmaterial Heiner Müller) 3. Privatisierter Außenraum Von Mai bis September 2005 "aktualisiert" sich das theatercombinat im räumlichen Großformat. Ein 8.500 m² großer Baugrund, ein Areal inmitten der Donaucity, zwischen Copa Kagrana, UNO-City und anderen Büro- und Wohnkomplexen, bildet die Grundlage für weitere räumliche Sprach-, Choreographie- und Diskursvermessungen. Im September 2005 werden in erweiterter Öffentlichkeit, zum Abschluss der Forschungsserie, gewisse verdichtete Raum-/Zeitschnitte von angesammeltem Wissen und Bewegungen miteinander verkettet. In einem künstlich von der Umgebung abgesetzten Raum, der durch weiße Bodenfarbe/Markierung die öffentliche Einsehbarkeit im Areal verstärken will, soll einerseits die theatrale Inszenierung der Raum.Bild.Repräsentations-Texte mit 6 PerformerInnen weiterverfolgt werden, andererseits sind diskursive Plattformen, wie ein 5tägiges Camp der firma raumforschung mit abschließendem Symposium, aber auch DJ- und Filmabende geplant. Gegen die Raum/Zeit-Ökonomie der angrenzenden Territorien arbeitend, geht es dabei auch um die räumliche Aneignung eines öffentlichen theatralen Orts, der den Raum durch andere Bewegung politisiert. Die Versuchsanordnung des theatercombinats untersucht hier einen performativen Handlungsraum, der an seine gentrifizierte und privatisierte Umgebung dringende Fragen stellt. weitere informationen unter: produktion@theatercombinat.com und 01/5222509 online seit 03.07.2005 23:29:47 autorIn und feedback : Gini Müller Links zum Artikel:
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Was wurde eigentlich aus...? Ein Update zu MALMOE-Themen in früheren Ausgaben. Folge 14: Museumsquartier [19.08.2010,Katharina Morawek] Cultural Entrepreneurs mit Ihu Anyanwu (G.Rizo) [31.07.2010,Interview: Andrea Lunzer & Claus Puhr] Wir, Nachkommen der TäterInnen Gedanken zu dem Dokumentarfilm „Liebe Geschichte“ [06.07.2010,Daniela Ingruber] die nächsten 3 Einträge ... |
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