menueleiste1
home archiv suche messageboard abo hier gibts malmoe feedback alltag verdienen regieren widersprechen funktionieren tanzen erlebnispark
  ZOMBIES: EINE SPURENSUCHE

Eine Rezension der „Zeitschrift für Kulturwissenschaft 1/2014“

Unter dem Titel Zombies der Zeitschrift für Kulturwissenschaften begeben sich die Herausgeberin Gudrun Rath und ihre 5 MitstreiterInnen auf eine historische und interdisziplinäre „Spurensuche“.

Die Ausgangsposition ist hier keine shopping mall; ebenfalls keine nordamerikanische Klein- oder Vorstadt. Denn, darin sind sich alle Beitragenden einig, den Startpunkt bildet Haitis Verflechtung mit der interamerikanischen und globalen Kolonialgeschichte. Der Blick auf Zombies als Phänomen und Kategorie ist hier zuallererst von den Rändern – der Moderne, der Macht, der Medien – vermittelt. Dieser gewendete Blick auf die konstatierte Konjunktur und die von den AutorInnen kritisierte ahistorische Rezeption des Topos Zombie machten zweifelsfrei die Vorzüge der hier versammelten Beiträge aus. Dabei bleibt festzuhalten, dass die Verschränkung des Zombie – in der allgemeinen popkulturellen Tradierung – mit dem zombi – als bereits überschriebenes koloniales Residuum und Phänomen globaler Austauschprozesse – gleichfalls Platz findet. Somit vereint der Band sowohl Annäherungen an mögliche Ursprünge als auch Einzelanalysen, die rückgekoppelt werden können an die historisch basierten Lektüren des Bandes und sich darüber hinaus als anschlussfähig an weitere Ansätze erweisen. Zusammen betrachtet ergeben sich somit zahlreiche Schnittstellen und Überschneidungen der einzelnen Artikel, die den Eindruck von Redundanz aufkommen lassen. Die Stärken des Bandes überwiegen aber zweifelsfrei: Trotz aller Überschreibungen und gerade in seiner als Kapitalismuskritik verstandenen Verwendung wird und wurde der Topos Zombi/e widersprüchlich verwendet. Dennoch birgt er großes Potenzial der Kritik: als Figur des Widerstands (J. Ehrmann), der Revolution (R. Hörmann) und der Provokation (G. Rath). Denn auch der doppelte Charakter des Sprechens über Zombi/e/s wird aktuell und historisch deutlich als Kolonialismus und Kolonialkritik, als Ausdruck des Kapitalismus und dessen Kritik und nicht zuletzt als Möglichkeit und Er-/Ausschöpfung der Medienrepräsentation, in Historiographie, Ethnologie sowie Literatur und Film. Alle Beiträge schließen sich dieser kritischen Haltung an, die zweifelsohne in den letzten 20 Jahren der Forschung zum Thema zum Tragen kommt. Dieser bereits existierende Rahmen wird jedoch verlassen, indem neue Ansätze erprobt werden, die auch den kulturwissenschaftlichen Diskurs kritisch zu hinterfragen vermögen (dazu lohnt im Heft auch ein Blick auf die Debatte „Zur Praxis des Epistemischen Ungehorsams“). Besonders die Beiträge von R. Hörmann („Tropen des Terrors“), von G. Rath („Zum ersten zombi-Text“) und das Interview mit O. Okome („Magie im Nollywood-Film“) zum Abschluss des Bandes machen dies deutlich, da hier die Spuren des Zombi/e/s und seiner Metaphern von Afrika über die Karibik zu den (ehemaligen) Kolonialmächten und zurück ins nigerianische Kino verfolgt werden. Es lohnt sich, die Spur(en) aufzunehmen.

Gudrun Rath (Hg.): „Zombies“, Zeitschrift für Kulturwissenschaften 1/2014, transcript, Bielefeld 2014

online seit 20.12.2014 19:36:04 (Printausgabe 69)
autorIn und feedback : Marius Littschwager




In your face, ­Laurie Penny!

Wie Margarete Stokowski in ihrem Bestseller-Roman "Untenrum frei" nicht nur eine humorvolle Spitze nach der anderen liefert. Sondern auch als subtile Message an Laurie Pennys "Fleischmarkt" gelesen werden kann.
[31.05.2017,Flora Eder]


Für die tägliche Anwendung geeignet

Der Sammelband Play Gender gibt einen Einblick in emanzipatorische Strategien (pop-)kultureller, linker Praxis
[31.05.2017,Jannik Eder]


Auf dem Weg nach Europa!

THE REAL CRIME INC PRESENTS: Die geheimnisvollen Fälle des Inspektors Zwezler und seines Partners Moik
[31.05.2017,The real crime inc]


die nächsten 3 Einträge ...
 
menueleiste2
impressum kontakt about malmoe newsletter links mediadaten