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Ein anderer Protest ist möglich

Jens Kastner liest in „Alles für alle! Zapatismus zwischen Sozialtheorie, Pop und Pentagon“ den zapatistischen Diskurs neu

2011 WAR EIN JAHR DER PROTESTE. Eine Protestbewegung ist jedoch etwas aus dem Blick geraten: der Zapatismus. „Alles für alle!“ zeigt die Aktualität einer Bewegung, auch wenn diese nicht mehr die Titelseiten westlicher Tageszeitungen füllt. Grundlegend für den Band ist allerdings eine maßgebliche Unterscheidung. Dem „Zapatismus im engeren Sinn“ – der sozialen Bewegung im Süden Mexikos, die in der Gründung des Ejército Zapatista de Liberación Nacional (EZLN) 1983 und dem zunächst bewaffneten Aufstand in San Cristóbal 1994 ihren Anfang nahm – wird der „Zapatismus im weiteren Sinn“ gegenübergestellt, der als „Zapatismus als Diskurs“ definiert wird. Und eben dieser Diskurs ist es auch, der in „Alles für alle!“ untersucht wird.

IN DEN TITEL GEBENDEN BEREICHEN DER Sozialtheorie, des Pop und schließlich auch des Pentagon weist der Autor die Präsenz und Wirkung der zapatistischen Fundamente nach – abseits von universalisierten Slogans wie „Eine andere Welt ist möglich“ oder eben „Alles für alle“. Diese zeigen sich – durchaus überzeugend – in der Forschung zum Zapatismus selbst, auf die, so eine These des Bandes, der Zapatismus als Diskurs rückwirkt und dadurch die wissenschaftliche Landschaft verändert, und gehen beispielsweise bis zu einer – zu weit gedachten? – Prägung der argentinischen Protestbewegungen durch denselben.

WER IN „ALLES FÜR ALLE!“ EINEN TEXT vermutet, der auf aktuelle Entwicklungen des Zapatismus im engeren Sinn oder auf die weltweiten Protestformen der letzten Monate Bezug nimmt, wird vergeblich suchen. Für jene, die am zapatistischen Diskurs interessiert sind, bietet „Alles für alle!“ einen soliden Forschungsüberblick. Ob Rage Against the Machine, Pentagon oder Panteón Rococó – dieser schmale Band zeigt: Zapatismus ist überall.


Literatur

Jens Kastner: „Alles für alle! Zapatismus zwischen Sozialtheorie, Pop und Pentagon“, Edition Assemblage, Münster 2011

online seit 08.05.2012 22:38:37 (Printausgabe 57)
autorIn und feedback : Gudrun Rath




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