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Wie kann das zusamengehen? Overlapping Voices – Israeli and Palestinian Artists In der Wahrnehmung von Kunstwerken und ihrer Zusammenstellung kann es ganz angenehm sein, Bekanntes in mäßig konventioneller Weise präsentiert zu bekommen. Besonders dann, wenn bereits der Titel einer Schau wesentliche Bezüge zu linken Selbstverständnissen und Trennungslinien eröffnet, wäre eine Bestätigung der gut gemeinten Vermutung erwünscht, dass allerorts Leute ähnlich motiviert und umtriebig wirken. Das damit einhergehende Potential an Enttäuschung wird durch einen Ausstellungsort vermehrt, der eher Naserümpfen provoziert: doch provinziell und gefällig orientiert, ein Mäzen, dessen eigenwilliges Bemühen den akademischen Diskurs kaum berührt. In diesem wollen sich AkteurInnen bevorzugt im intersektionellen Abwiegen üben und schön wäre, wenn ähnliche Motive hier vorstellig werden. Dass die Bedingungen im Zentrum eines national- staatlichen Konflikts vielfach zur Thematisierung existenzieller Fragen motivieren, Identität und Differenz mit der ungeliebten Kategorie des Nationalen verbunden werden, irritiert die Gewohnheiten der Rezeption. Gefällig? Die Verständigung über die Fotoarbeiten von Jumana Manna gelingt mühelos, indem sie die herkömmliche machististische Perspektive gekonnt erwidert. Sie nutzt die Schutzhülle des Autos und nimmt aus diesem Innenraum die Pose der Betrachter ins Bild. In weiteren großformatigen Arbeiten betritt sie die intimen Räume junger Männer, ihr Bett und der kleine Ausschnitt herum lässt sie persönlich, verletzlich erscheinen. Gerne gesehene Bilder: das kleine Mädchen verfolgt die bösen Jungs. Das korrespondiert hervorragend mit den eigenen Wünschen und lässt sich bequem in selbstbewusst queere Entwürfe integrieren. Enttäuschend? Eine nur auf Umwegen und mit entsprechenden Aufwänden herzustellende Kompatibilität. Die Rezeption funktioniert nicht klaglos, besonders dann nicht, wenn die Symbole so deutlich und direkt eingesetzt werden. Im ersten Ausstellungsraum werden BetrachterInnen mit Plastiken konfrontiert, Bronzefiguren mit Alltagsgegenständen verfremdet. Osama Zatar fertigte sie in Ramallah und verwendete das zur Verfügung stehende Material, Herumliegendes, Fundstücke. In einem der Köpfe stecken Schlüssel in Augen, Ohren, Mund, ein kaum zu ignorierender Hinweis auf den Überdruss des Künstlers angesichts der Beständigkeit jener Schlüsselsammlungen, die PalästinenserInnen von ihren alten Häuser bewahren, egal ob Verbote oder längst errichtete Neubauten sie an der Verwendung hindern. Cui bono? Ungewöhnlich transparent wird die Auseinandersetzung der KuratorInnen mit dem politischen Raum und den gewählten AkteurInnen. Deren Positionen werden einerseits von Büchern und Materialien gerahmt, die eine Verbindung mit der Vertreibung und Vernichtung europäischer Jüdinnen und Juden herzustellen versuchen. Andererseits erfolgt eine Verdichtung der Stimmen in fünfzehn Interviews - ihre räumliche Zusammenführung unter dem Titel This Place basiert auf der freundschaftlichen Nähe zu Karin Schneider und Friedemann Derschmidt. In der Wahl ihrer GesprächspartnerInnen wird die Verführung zu einer ethnographischen Quotierung nicht nur sympathisch zurückgewiesen, sondern auch die konkreten Beziehungsaspekte in den Vordergrund gerückt. Aus der Virtualität einer politischen Haltung entstehen - auch in der Zusammenarbeit mit Tal Adler – Erkenntnisprodukte, deren Partikularität und Vorläufigkeit Teil ihres Selbstverständnisses sind. 16.05.08– 26.10.2008, Klosterneuburg, Essl Museum KuratorInnen: Karin Schneider, Friedemann Derschmidt, Tal Adler, Amal Murkus online seit 25.09.2008 14:02:44 (Printausgabe 42) autorIn und feedback : Heide Hammer |
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Sensomotorisches Band: War in our time Krieg im US-Kino und TV zwischen 1998 und 2008 [10.11.2008,Daniel Raecke] Piraterie als soziale Utopie Ein Blick in die Schatzkiste Hollywoods [05.11.2008,Irene Zavarsky ] Der Guru-Effekt Austin Powers und Alf Poier fragen den Inder [03.11.2008,BW] die nächsten 3 Einträge ... |
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