MALMOE

Das legale AMS-Hor­ro­skop

Was bringt der Astro-Som­mer 2019 für Erwerbs­lose? Eine ganze Regie­rungs­riege am Arbeits­markt, Zwil­linge auf Partner*innensuche. Und so man­cher schwarz­blauer AMS-Plan bleibt spruch­reif in der Umlauf­bahn.

Ibiza sei Dank ste­hen die Sterne vor­erst gegen eine Abschaf­fung der Not­stands­hilfe. Das heißt auch, dass alle, die es ein­mal in den Arbeits­lo­sen­geld­be­zug hin­ein­ge­schafft haben, anschlie­ßend auch Not­stands­hilfe bezie­hen kön­nen. Und bei Not­stands­hilfe gilt immer­hin: keine Anrech­nung von Partner*inneneinkommen, kein Zugriff auf Erspar­nisse oder Eigen­tum. Sollte die Kurz-Par­tie jedoch nach der Wahl erneut Zwil­linge im Geiste fin­den – etwa die Neos –, kommt das zack – zack – zack wie­der auf die Tages­ord­nung. Ent­war­nung? Lei­der nicht, signa­li­siert der zor­nige Saturn.

An ande­rer Ecke ist wie­der viel mög­lich: Die „Aktion 20.000“-Beschäftigten ver­lie­ren am 30. Juni viel­fach ihre Jobs. Even­tu­ell ist es im viel­zi­tier­ten „freien Spiel der Kräfte“ vor der kom­men­den Natio­nal­rats­wahl mög­lich, der Arbeits­markt­po­li­tik erneut ein Goo­die abzu­rin­gen? #ibiza #gra­cias

Krebs (22.6.– 23.7.)

Wenn Geset­zes­än­de­run­gen her­um­kreb­sen: Eine grund­le­gende Ände­rung des Berech­nungs­zeit­raums für das Arbeits­lo­sen­geld sollte mit 1.7.2019 in Kraft tre­ten (beschlos­sen immer­hin 2015), aber denkste: Die vierte Ver­schie­bung steht am Fir­ma­ment – wie schon alle bis­he­ri­gen Ver­schie­bun­gen gut ver­steckt in irgend­wel­chen umfas­sen­den Geset­zes­pa­ke­ten, dies­mal in letz­ter Minute im Sozi­al­ver­si­che­rungs-Zer­schla­gungs­ge­setz. Neuer Ter­min: 1.7.2020. Worum geht’s: Die Höhe des Arbeits­lo­sen­gelds hängt vom durch­schnitt­li­chen Ein­kom­men inner­halb von zwölf Mona­ten ab. Doch wel­che zwölf Monate? Einst­wei­len gilt wei­ter­hin: Bei einer Arbeits­los­mel­dung in der zwei­ten Jah­res­hälfte (ab 1.7.2019) ist das Ein­kom­men aus dem Vor­jahr (1.1.–31.12.2018) als Berech­nungs­grund­lage rele­vant, bei einer Mel­dung in der ers­ten Jah­res­hälfte (bis 30.6.) ist das Vor­vor­jahr (2017) aus­schlag­ge­bend. Gerade zur Jah­res­mitte zäh­len gewiefte Krebse an ihren zwei Sche­ren ab, wann der bes­sere Zeit­punkt ist, sich arbeits­los zu mel­den. #rechen­stars

Löw*in (24.7.– 23.8.)

Löw*innen brül­len es schon lange: Gegen Repres­sion hilft Wider­stand! Doch am AMS boo­men Sank­tio­nen wegen soge­nann­ter „Arbeits­un­wil­lig­keit“: Erwerbs­lo­sen das AMS-Geld zu sper­ren, wenn sie einen Job ableh­nen, sei ein Ansporn zur Job­su­che. Simon Theurl hat im A&W‑Blog nach­ge­rech­net: Seit 2016 haben sich die 6–8‑Wochen-Sperren von knapp 6 % der Erwerbs­lo­sen auf fast 12% (!) ver­dop­pelt. Ein Effekt auf Job­an­nah­men ist sta­tis­tisch aber nicht ersicht­lich … Am ande­ren Ende hat kon­stan­ter Druck gegen Dep­pen­kurse das AMS dazu gebracht, ein sank­ti­ons­lo­ses Pilot­pro­jekt für Lang­zeit­ar­beits­lose zu star­ten (Bera­tungs- und Betreu­ungs­ein­rich­tung Neu – BBEN): Ziel ist es, zu schauen, ob Frei­wil­lig­keit (von Anwe­sen­heit bis Teil­nahme) als Grund­lage der Arbeits­ver­mitt­lung nicht auch funk­tio­niert. Wenig ver­wun­der­lich: Ja! Kurz­fris­tig sind Löw*innen nicht unbe­dingt opti­mis­tisch, die Sank­tio­nen abschaf­fen zu kön­nen. Lang­fris­tig muss es Per­spek­tive blei­ben! #immer­don­ners­tag

Youngs­ter (24.8.– 23.9.)

Ich war jung und brauchte das Geld … Damit Youngs­ters und alle ande­ren auch unab­hän­gig von Erwerbs­ar­beit und AMS-Behel­li­gung ein gutes Leben haben kön­nen: #auf­die­strasse #fridays4future #die­vie­len

Dis­c­lai­mer: Die zwölf Stern­zei­chen des west­li­chen Kul­tur­krei­ses wer­den mit­tels des Geburts­da­tums zuge­ord­net – genau wie in dei­ner AMS-Geschäfts­stelle die Zuord­nung zu deiner_m Betreuer_in. Ein Zusam­men­hang mit rea­len (Arbeits-)Biografien wäre in bei­den Fäl­len also rein zufäl­lig.