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  Wagenleben ist vielfältig!

Mehr Wagenplätze für Wien, Hamburg und überall!!!

Anfang Dezember begann die Wagentruppe Treibstoff als Auftakt für die Wagenplätze- Aktionstage vom 3. bis zum 6. Dezember ein Grundstück in der Krieau neben dem Wiener Trabrennverein zu befahren. Das besetzte Grundstück diente für das folgende Wochenende als Basiscamp für Besucher_innen der Aktionstage. Auslöser für die Proteste unter dem Motto „We’re not gonna take it anymore – WAGENPLÄTZE SCHLAGEN ZURÜCK“: Nach vier Jahren öffentlichem Wagenleben in Wien und drei Jahren Verhandlungen darüber gibt es drei besetzte Wagenburgen, keine davon aber in einem legalisierten bzw. abgesicherten Zustand.

Ganz im Gegenteil, verschärfte sich die Situation zuletzt erst Ende Oktober, nach gescheiterten Verhandlungen mit der Stadt, als der Platz der Wagentruppe Treibstoff in der Baumgasse geräumt und die zugehörigen Fahrzeuge vier Wochen lang von der Polizei „verwahrt“ wurden.

Konstruktiver Dialog? Fehlanzeige! Die Zeichen stehen auf Sturm.

Das Interesse der Stadt Wien, eine konstruktive Lösung zu finden, scheint auch nach den Wahlen gleich Null zu sein. Währen sich die „Grünen“ nach dem Eintritt in die Stadtregierung zu dem Thema Wagenplätze gar nicht mehr äußern, stellt die SPÖ als Koalitionspartnerin ihre seit Jahren betriebene Ignoranz auch weiterhin öffentlich zur Schau. So ließ Wohnbaustadtrat Michael Ludwig durch seinen „Mediator“ Peter Florianschütz bei einer von der Wagenbewohner_innen initiierten Diskussionsveranstaltung auf der Uni Wien Ende November sinngemäß ausrichten, dass „die Stadt bereits einen Wagenplatz ermöglicht habe und sich in der momentanen Situation sowie in der Zukunft nicht in der Pflicht sehe, Gespräche oder Verhandlungen mit Wagenleuten aufzunehmen.“

Dass es sich hierbei vor allem um mangelndes Problembewusstsein seitens der SPÖ handelt, wurde im Zuge der Diskussionsveranstaltung klar, als selbst die langjährige Magistratsbeauftragte der Stadt Wien für Mehrfach- und Zwischennutzung, Jutta Kleedorfer, Wege und Möglichkeiten aufzeigte, wie eine Lösung der Wagenplatzfrage – mit ein wenig politischem Willen – durchgesetzt werden könnte.

Prekärer Status: Wagenplatz Lobau

Wie solche Lösungen auf jeden Fall nicht aussehen können, wurde diesen Herbst schon klar. Denn auch das von einigen Wagenbewohner_ innen im Sommer angemietete Grundstück in der Lobau befindet sich wieder in einer prekären Situation. Drei Monate nachdem die erste legalisierte Wagenburg auf einem Grundstück der Stadt Wien geschaffen wurde, war – zufälligerweise eine Woche nach den Wahlen in Wien – der Frieden auch schon wieder vorbei. Ende Oktober wurden, unmittelbar angrenzend an die Wagenburg, ca. 5.000m2 des Naturschutzgebietes Lobau plattgemacht. Einen Meter neben dem Wagenplatz entsteht somit für die nächsten drei Jahre eine Großbaustelle, über deren Existenz die Bewohner_innen beim Abschluss des Vertrages jedoch nicht informiert wurden. Das bedeutet: die letzten Jahre Verhandlungen, die letzten Monate in denen an den behördlichen Bewilligungen und der Herstellung der nötigen Infrastruktur wie Wasser, Kanal und Stromanschlüssen gearbeitet wurde und die dazu notwendigen, investierten 15.000 Euro stellen sich nun als Fehlinvestition dar. Denn wer lebt schon gerne auf der Großbaustelle?

Leerstand ist kein Zustand – Zwischennutzung eine Lösung

Die Aktionstage für mehr Wagenplätze, wie die schon erwähnten Diskussionsveranstaltungen sollten in der Stadt sichtbar machen, dass es genug leerstehende Grundstücke in Wien gäbe, die den Wagenburgen zur Verfügung gestellt werden könnten. So böte das im Zuge der Aktionstage in der Krieau besetzte Grundstück optimalen Voraussetzungen zur Zwischennutzung. Das Grundstück gehört der Stadt Wien, wird vom Trabrennverein gepachtet und seit Jahren nicht genutzt, bis es vom Wagenplatz schließlich das erste Mal bezogen wurde. Im März diesen Jahres wurde das Grundstück schließlich geräumt, und musste dem Zirkus Knie, der dort lediglich ein paar Tage gastierte, dauerhaft weichen.

Neben der winterlichen Reaktivierung des Grundstückes in der Krieau, kam es im Zuge des Aktionswochenendes auch zu einigen symbolischen Raumnahmen. So wurde schon am Montag den 29. November von der Wagengruppe Treibstoff ein Grundstück in der Gumpendorferstraße befahren, am darauf folgenden Samstag Wägen gut sichtbar, auf Freiflächen in der ganzen Innenstadt verteilt, wo sie mitunter noch immer stehen. Durch symbolische Aktionen wie diese sollte einer breiteren Bevölkerung, Journalist_innen und allen Interessierten Einblick in die Vielfalt des Lebens auf einem Wagenplatz gewährt werden. Wagenplätze sind aber nicht nur ein Ort zum Leben, sondern auch ein Ort an dem unterschiedlichste Menschen zusammen kommen können, um neue Erfahrungen zu sammeln, Dinge auszuprobieren und kulturell, sozial und politisch tätig zu sein. Schon aus diesem Grund wären 1, 2, 3, viele Wagenplätze eine Bereicherung – besonders in einer Stadt wie Wien – für die es sich auch zu kämpfen lohnt.





online seit 19.02.2011 21:40:22 (Printausgabe 52)
autorIn und feedback : A.A.


Links zum Artikel:
www.wagenplatz.at
truckstop.noblogs.org



Wie vorher!

aus dem Diskursiv: Vom Leben mit Kindern
[05.10.2018,Monika Vykoukal]


Neiiiihhin!

aus dem Diskursiv:
Vom Leben mit Kindern [05.10.2018,Patrick Ward]


Er hat die Melone so gern

aus dem Diskursiv:
Vom Leben mit Kindern [05.10.2018,Benjamin Herr]


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