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MALMOEs EM-Tabellenführung Spiel 30: "Im Besitz der Produktionsmittel" Tabellenführerin: Sylvia Köchl Aufwärmen: Am Heimweg vom Büro zwei gestopft volle U-Bahnen hintereinander vorbeigelassen und staunend folgendes Highlight journalistischer Kürzestliteratur am Infoscreen gelesen: „In Schwechat jagt ein Privatjet den nächsten.“ Spiel: Russland – Spanien in Wien Sender: ORF Verpflegung: Suchard dunkle Himbeerschokolade, Soletti & Mineralwasser (so wird Durchfall bekämpft...) Persönlicher Favorit: Russland (und zwar sicher nicht nur, weil die Deutschen lieber die Spanier im Finale hätten!) Tipp: 2:0 Pause: To-do-Liste abgearbeitet (siehe „Stimmung“) Kabinenpredigt: Russen! Habt ihr schon gehört, dass die Deutschen Angst vor euch haben? Panjatno? Schönster Mann am Platz: Tja, wen haben wir hier noch nicht genannt? Bester Mann am Platz: alle Spanier – muss es zugeben Schlechtester Mann am Platz: das spanische Prinzenpaar, das beinahe die Contenance verliert Nervigster Mann am Platz: der Schiri, der mehr diskutiert als pfeift – wenn das so weitergeht, haben wir bald Basisdemokratie am Fußballplatz und dann geht die Welt aber garantiert unter! Schönste Szene: bei aller Trauer (schnief!) doch das 2. Tor der Spanier Bitterste Szene: das 1. spanische Tor gleich nach der Pause Lustigste Szene: keine – war ein gutes, aber ernstes Spiel Männlichste Szene: regennasse spanische Männerknäuel nach den Toren Stimmung: Verwirrt – ich bin kurz vor dem Spiel draufgekommen, dass mein Freund Harry morgen und nicht übermorgen heiratet, deshalb ist jetzt jobmäßig einiges zu regeln und ich muss aufpassen, dass ich meine To-do-Liste nicht mit dieser Tabelle verwechsle. Bummerl: Karl Schranz, der ewige Stenz, sitzt mit dem russischen olympischen Komitee und einigen Duma-Abgeordneten bei der Stelze im Schweizerhaus und ist auch noch stolz darauf. Zuckerl: Ein Nachtrag: Als bei einem Portugal-Spiel einmal Sandra Pires ins ORF-Studio eingeladen war und deshalb anzunehmen ist, dass sie noch irgendwo einen portugiesischen Pass herumliegen hat, erzählte Boris Jirka, „was die Frauen, aber auch viele Männer (!) interessieren wird“, dass nämlich Cristiano Ronaldo zum schönsten Mann der EM gewählt worden sei. Und was Frau Pires dazu sage. Frau Pires sagte: „Bei mir geht es nicht um die Schönheit der Spieler, sondern des Spiels.“ Yo, Sister! Zitat: Die reichen Russen würden sich leicht tun mit dem Geldverdienen, „weil sie im Besitz der Produktionsmittel sind – aber das ist ja weltweit so.“ Sprach’s und nickte Zustimmung fordernd nach beiden Seiten zu ORF-Moderator Pariasek und Experte Prohaska. Wer war das denn und wie konnte es passieren, dass einer im ORF marxistische Analysen betreibt? (Hinweise bitte an redaktion@MALMOE.org) Ergebnis: 0:3 Nachspiel: Ist es der Regen oder sind es Tränen, die die Wangen der Russen benetzen? Offenbar doch der Regen, denn zum Weinen gehen die Russen in die Kabine. E-Mail: Lieber Ingo! Du hast für mich ein Deutschland-Spiel protokolliert, ich habe deinetwegen zu den Italienern geholfen. Wir scheinen uns damit ja beide Bärendienste geleistet zu haben, daher meine Frage: Wird es Glück oder Unglück bringen, wenn wir uns am Sonntag zwecks Trost, Beistand und hemmungslosem Jubel/Wutgeheul das Finale gemeinsam ansehen? Um eine ehrliche Beurteilung der Lage bittet in aller Freundschaft Sylvia Versendet an: redaktion@MALMOE.org online seit 28.06.2008 14:47:52 autorIn und feedback : Sylvia Köchl |
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