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In Script Humane Splitter Elf Zwanzig, Danke. Unter die Auflistung der Kosten schreibt die Kellnerin stets in sauberer Handschrift die Rechungssumme – in Worten. Das dauert bei Ausstellung nur wenige Sekunden mehr, und der Gast ist beim ersten Mal ehrlich erstaunt ob dieser ungewohnten Form der Personalisierung eines Dienstleistungsverhältnisses. In Theorie lernt man derlei in den Trainings- und Assessmentcenters der Arbeitsmarktzuführung. Die konkrete Umsetzung wirkt originell und hilflos zugleich: dass man so die Gäste binde, wird niemand erwarten. Als eine Performance über den reinen Ästhetizismus der geschriebenen Schrift geht es gleichwohl nicht durch; dafür wirkt der Rest der Gaststätte allzu bieder. Wozu der Mehraufwand?, bleibt der Konsument rätselnd zurück. Dass allein diese Frage gestellt wird, zeigt, wie sehr das Alltagsdenken von ökonomistischen Erwartungen durchsetzt ist. Lars, Das Augenzwinkern. Fußball ist eben ein echter Männersport. Das Nahen der Fußball-WM lässt sich ablesen an der hektischen Rezitation von Namen, Ereignissen, Statistiken mittlerweile praktisch an jeder Straßenecke. Dort, wo gewitzte Gymnasiasten mit Studenten Panini-Bildchen vergleichen, tauschen, jene meist diese über den Tisch ziehen. Die echten Profis bleiben davon unbeeindruckt. Robert Seegers von Überforderung getragene Chuzpe, wenn er den englischen Teammanager ungeniert Lars-Göran Eriksson nennt, schreckt auch vor dem mächtigsten Mann im Zirkus nicht zurück. Für jenen ist dieser immer der Sepp, wiewohl er Joseph geheißen werden will, seitdem er vom Generalsekretär zum Präsidenten, also vom Angestellten mit fixem Salär zum Inhaber eines gut dotierten Spesenkontos geworden ist. Der Wechsel signalisiert auch den von Jovialität zu Macht, doch keine Männlichkeit heute ohne Ironisierung. So ist der vormalige „nick“ als Buchstabe abgekürzt und in die Mitte gerückt, wo nach angloamerikanischem Vorbild der zweite Vorname angedeutet wird. Joseph S. Blatter heißt nichts anderes als Joseph Sepp Blatter, oder, Robert Seeger augenzwinkernd: „Joseph“ „Sepp“ Blatter. Dialektische Volten. Während die objektivierende Soziologie das Subjekt zum hoppelnden Habitus am sozialen Feldacker werden lässt, macht die subjektive Ökonomik qua methodologischen Individualismus die rationale Wahlhandlung des Menschen zur Grundlage ihrer Untersuchungen. Die scheinbare Freiheit des Einzelnen, die letztere damit zugesteht, geht aber auf Kosten seiner Entscheidungskraft, letztlich seiner Mündigkeit. Sie wird ihm schon a priori abgesprochen: Herrschende Ökonomik ist fixiert auf den staatlichen Monetarismus als den modernen Machtapparat, das macht sie dem Mainstream so plausibel. Dagegen entkommt die objektivierende Soziologie nie ganz dem Verdacht des Strukturalismus. Als bedeute das konsequente Mitdenken von Herrschaft bereits das Ende emanzipatorischer Entfaltung und nicht erst ihre Voraussetzung. Das Mittun als schlechtes Gewissen wendet sich gegen die Möglichkeit der Reflexion. Hier erweist sich sozialwissenschaftliches Denken als so verlogen wie sonst nur im Begriff des „rational choice“. online seit 27.06.2006 10:00:06 (Printausgabe 32) autorIn und feedback : Thomas Koenig |
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