MALMOE

Fra­gen an den Schal

Der Schal ist in die­ser Sai­son ein ebenso belieb­tes wie umstrit­te­nes Klei­dungs­stück. Ist es zu warm für einen Schal? Ist er zu groß, zu wider­spens­tig oder nicht brauch­tüm­lich genug? Es ist heut­zu­tage nicht leicht, ein Schal zu sein. MALMOE sprach mit einem.

Wie geht es Ihnen?

Nicht gut. Die Ent­wick­lun­gen hier in Öster­reich seit die­sem unsäg­li­chen Gesetz machen mir das Leben schwer. Frü­her, ja frü­her konnte ich mich frei ent­fal­ten! Heute bin ich ganz ein­ge­zwickt, ich muss zwi­schen Hals und Kinn und wenn mög­lich auch noch Jacken­kra­gen pas­sen, das ist furcht­bar unbe­quem. Manch­mal werde ich sogar über­haupt zuhause gelas­sen, stel­len Sie sich das vor! Ich erlebe diese Zustände als eine deut­li­che Ein­engung mei­ner Bewe­gungs­frei­heit. Die Zei­ten wer­den defi­ni­tiv schlech­ter.

War es denn frü­her so viel bes­ser?

Natür­lich! Frü­her, als ich im 18. Jahr­hun­dert als Klei­dungs­kon­zept aus der Region Kasch­mir nach Europa impor­tiert wurde, war ich viel grö­ßer, manch­mal konnte ich ganze Lei­ber umhül­len. Mein Name hatte nichts mit dem mit­tel­nie­der­deut­schen „schal“, also „ohne Geschmack“, zu tun, im Gegen­teil, vom per­si­schen شال über­nom­men, war ich belieb­tes und teu­res Luxus- und Mode­ac­ces­soire in Europa. Übri­gens galt das, was im 19. Jahr­hun­dert in Wien als „tür­ki­scher Schal“ beliebt und (vor allem im heu­ti­gen sieb­ten Wie­ner Gemein­de­be­zirk, am Bril­lan­ten­grund) her­ge­stellt wurde, woan­ders als „Wie­ner Schal“.

Aha. Und wie kam es dann, dass Sie begon­nen haben, auch im Sport eine so wich­tige Rolle zu spie­len?

Das ging dann schon sehr von mei­ner ursprüng­li­chen Funk­tion weg. Ich denke, meine Form hat sich sehr geeig­net, auf mir auch Bot­schaf­ten zu ver­brei­ten. Die ers­ten Fuß­ball­schals waren selbst­ge­strickt und tauch­ten angeb­lich in den 1950er Jah­ren in Eng­land auf. In den 1960ern setzte sich diese Idee auch im deutsch­spra­chi­gen Raum durch. Bis ich aber im gro­ßen Rah­men als Mer­chan­di­sing-Arti­kel ver­trie­ben wurde, sollte es noch bis in die 1980er Jahre dau­ern.

Mitt­ler­weile haben sogar Par­teien Fan­schals …

Ja, ich weiß. SPÖ-Ultras Schal, HC Stra­che-Fan­schal, … Bei der ÖVP spiele ich auch eine große Rolle, aber da kommt es eher auf die Marke an. Mir geht das alles auf die Ner­ven. Ich möchte wär­men und schmü­cken und vor allem möchte ich die Atmungs­or­gane der Men­schen vor der vie­len kal­ten Luft und den Kame­ras schüt­zen und mich ganz lieb um sie her­um­wi­ckeln!

Ähm, ok… Zum Abschluss noch eine Frage: Wir haben Anfang Dezem­ber, ist es jetzt kalt genug für einen Schal?

Für diese Frage emp­fehle ich, die Seite
http://www.schal-legal.at zu kon­sul­tie­ren.

Vie­len Dank und trotz allem einen schö­nen Win­ter!