MALMOE

Das blanke
 AMS-Horrorskop

So ste­hen die Sterne der Erwerb­sar­beit­slosen im Win­ter 2018/19: Schütz_innen tre­f­fen ins kos­misch Schwarze. Aber den Stein­böck­en und Wasser*hu/wo/men hil­ft gegen die soziale Kälte nur noch der Don­ner­stag

Schütz_in (23.11.– 21.12.)

Arbeit­s­los und Spaß dabei – das ist ver­boten, wis­sen wir. Aber kleine Schlupflöch­er gibt es doch, die reiselustige Schütz_innen selb­stre­dend zu vertei­di­gen wis­sen: Arbeit­s­los Gemeldete dür­fen zwar ins Aus­land fahren, aber in der Regel nur ohne Bezug. Jet­zt ist es zwar so, dass ein Aus­land­saufen­thalt unverzüglich zu melden ist, aber läng­stens eine Woche NACH Beginn. Ins­beson­dere leicht organ­isiert (weil in der Regel nie­mand nach­fragt) ist das über das (daten­schutzrechtlich nicht empfehlenswerte) e‑AMS-Kon­to. Wie tre­f­fen Schütz_innen hier ins Schwarze, ohne den Ehrlichkeits­bo­gen zu überspan­nen? Sie fahren ein­fach mal los – und falls es notwendig wird (AMS schreibt Bewer­bungsak­tiv­itäten vor Ort vor, Krankheit oder gar streik­ende Genoss_innen vere­it­eln den rechtzeit­i­gen Rück­weg) tra­gen sie ein, dass der Aufen­thalt begonnen hat, schießen mit dem Datum aber niemals übers Ziel hin­aus. Falls nichts passiert: Bezug und Pen­sion­szeit, also Exis­tenz geschützt. #voll­tr­e­f­fer

Steinbock (22.12.– 20.1.)

Zeit zum bock­ig wer­den: Allmäh­lich wird es ernst mit der Abschaf­fung der Not­stand­shil­fe. Die schwarzblaue Ver­ar­mung­sof­fen­sive mit der großflächi­gen Reduzierung der „Mindest“sicherung nach vornehm­lich ras­sis­tis­chen Kri­te­rien wird zur MAL­MOE-Druck­le­gung ins Hohe Haus ziehen, aber noch nicht am Weg zum Ver­fas­sungs­gericht­shof sein. Und schon ste­hen die näch­sten Regierungspläne in Oppo­si­tion zum Sozial­staat: das lange ange­dro­hte „Arbeit­slosen­geld neu“. Zwis­chen all den Nebel­granat­en (es werde gar kein „Hartz4“, son­dern ein „ALG2“, was ja das­selbe ist) rückt immer­hin eine konkretere Infor­ma­tion ins Ster­nen­licht: Eine vom Sozialmin­is­teri­um beauf­tragte Studie mit vorgegebe­nen Musterzahlen zu poten­ziellen Rah­menbe­din­gun­gen ist zwar unter Ver­schluss, aber par­tiell geleaked: Alle unter 50 sollen nach läng­stens 24 Monat­en weg vom Arbeit­slosen­geld und ab in die Min­dest­sicherung. Pen­sion­szeit­en ade! Auch über 50-Jährige wer­den keine großen Sprünge machen, denn nur wenn sie lange eingezahlt haben, gibt es weit­er­hin, allerd­ings sukzes­sive sink­endes, Arbeit­slosen­geld. Helfen wird nur Wider­stand. #wieder­don­ner­stag

Wasserhu/wo/man (21.1.– 20.2.)

Über Wass­er hal­ten ist essen­tiell. Manch­mal lässt sich das AMS dabei nicht ver­mei­den und noch sel­tener ein­pla­nen (bewährte Aus­nahme: Bil­dungskarenz). Wasserhu/wo/man fra­gen also: Welche Zeiträume wer­den eigentlich für die Berech­nung des Arbeit­slosen- oder Weit­er­bil­dungs­geldes herange­zo­gen? Hier ste­ht mit 1.7.2019 eine grundle­gende Änderung bevor. Derzeit hängt die Höhe des Geldes davon ab, in welchem Hal­b­jahr es zur Arbeit­slosigkeit kommt. Berech­nungs­grund­lage war immer ein volles Kalen­der­jahr (1.1. bis 31.12.). In Zukun­ft soll vom Tag der Antrag­stel­lung an ein Jahreszeitraum betra­chtet wer­den – mit sechs oder eventuell zwölf Monat­en Zeitver­schiebung nach hin­ten. Aaaaaber jet­zt wird es kom­pliziert: Die Neuregelun­gen im Arbeit­slosen­ver­sicherungs­ge­setz (AlVG) und im All­ge­meinen Sozialver­sicherungs­ge­setz (ASVG) wider­sprechen sich. Und: Diese Geset­zesän­derung wurde bere­its ein­mal beschlossen und danach in ein­er näch­sten Geset­zesän­derung wieder ver­schoben! Lei­der ste­ht nicht in den Ster­nen, ob es mit dem Inkraft­treten dies­mal etwas wird oder ob vorher gle­ich ein neues Arbeit­slosen­ver­sicherungs­ge­setz à la Schwarzblau ins Tageshorrorskop rückt. Damit vorauss­chauende Tüfteleien nicht für’n Gul­ly sind: Augen offen­hal­ten – geht auch unter Wass­er.

Diplomiertes Astro Mal­moe Ser­vice (AMS), eure Stars im 7.Haus!

Dis­claimer: Die zwölf Sternze­ichen des west­lichen Kul­turkreis­es wer­den mit­tels des Geburts­da­tums zuge­ord­net – genau wie in dein­er AMS-Geschäft­s­stelle die Zuord­nung zu deiner_m Betreuer_in. Ein Zusam­men­hang mit realen (Arbeits-)Biografien wäre in bei­den Fällen also rein zufäl­lig.