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Vor verschlossenen Türen Könnte “Terminal” auch in Schwechat spielen? No access? Um eine Mitarbeiterin des Social Service der Caritas am Flughafen Schwechat, die den Flüchtlingstransit betreut, zu interviewen, wäre eine Absegnung durch die Vorgesetzte nötig gewesen, um den Flüchtlingstansit gar zu besuchen, eine Sondergenehmigung durch das Innenministerium. Deshalb hier nun ein Gespräch mit Michael Genner von der unabhängigen NGO “Asyl in Not”. Dem Film “Terminal” liegt die wahre Geschichte des politischen Flüchtlings Merhan Karimi Nasseri zugrunde, der seit nunmehr 16 Jahren im Terminal 1 des Pariser Flughafens Charles de Gaulle lebt. Er sollte in den Iran abgeschoben werden, “verlor” jedoch seine Papiere und saß fest. Nun ist er 59 Jahre alt, und obwohl er eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat, will er nicht mehr fort vom Terminal. Könnte eine ähnliche Geschichte auch in Schwechat passieren? Glaube ich nicht. Er würde abgeschoben werden. - Es hat aber kürzlich einen ähnlichen Fall in Prag gegeben, wo ein palästinensischer Flüchtling sieben Monate zubringen musste. Es gelang ihm jedoch, von dort zu verschwinden und auf ungeklärte Weise nach Deutschland weiterzuflüchten, wo ihm die NGO "Pro Asyl" einen Rechtsanwalt verschaffte. Kürzlich erhielt er in Deutschland politisches Asyl. Ein schöner Erfolg grenzüberschreitenden Zusammenspiels tschechischer und deutscher NGOs. Um als Journalistin in den Flüchtlingsbereich am Flughafen Schwechat zu kommen, ist eine Sondergenehmigung nötig. Gibt es dort etwas zu verbergen? Klar gibt es dort etwas zu verbergen, so wie überall, wo Strassers Behörden herumwerken. Abschiebungen funktionieren am besten hinter verschlossenen Türen. Die Strassers aller Länder fürchten nichts so sehr wie das Licht. Laut Caritas stranden jährlich etwa 3000 Menschen im Schwechater Transitbereich, davon 90% Flüchtlinge. Wie schwer ist es heutzutage, mit dem Flugzeug zu flüchten? Und was passiert normalerweise nach der Ankunft? Es ist viel schwerer geworden, seit die europäischen Staaten Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre für Reisende aus fast allen Ländern des Trikont Visumspflichten eingeführt haben. Nach der Ankunft am Flughafen Schwechat kann man einen Asylantrag stellen. Der Flughafen gehört zur "Erstaufnahmestelle Ost" (mit Sitz in Traiskirchen). Es gibt dann ein Flughafenverfahren; wenn man nicht als "offensichtlich unbegründet" abgewiesen oder wegen Drittlandklausel oder Zuständigkeit eines anderen EU-Staates ("Dublinklausel") zurückgewiesen wird, darf man einreisen und erhält Zugang zum eigentlichen Asylverfahren. Ansonsten wird man abgeschoben. Tom Hanks sagte über seine Rolle des Flüchtlings im Film "Terminal": "Ich denke, dass fast jeder, der in einem Land gewesen ist, dessen Sprache er nicht versteht, sicher schon einmal diese völlige Entwurzelung verspürt hat... Also denke ich, mit dieser Situation kann sich jeder identifizieren." Macht es Ihrer Meinung nach Sinn, auf solche Weise (falsche) Betroffenheit zu erzeugen? Entwurzelt wird der Flüchtling zunächst durch die Vertreibung aus seinem Heimatland. Schuld daran sind seine Verfolger; dass er oder sie die Sprache des Asyllandes nicht versteht, ist sekundär. Wohl aber folgt auf die Vertreibung bald der zweite Schock: die neuerliche Verfolgung durch Behörden des vermeintlichen Aufnahmelandes. Schubhaft, Illegalität ... Wichtig ist dann der Schutz durch die eigene Community und durch kampfbereite NGOs. Zu mir kommen Tag für Tag Dutzende tschetschenische Flüchtlinge in verzweifelter Lage, illegalisiert durch Strassers Gesetz, von Abschiebung bedroht - aber sie sind organisiert, und der eine oder andere kann ein paar Brocken deutsch. Das genügt für unsere Kommunikation. Sie wissen, ich stehe zu ihnen; sie wissen, was ich tun kann, um sie zu schützen, werde ich tun ... Link: Asyl in Not online seit 23.12.2004 14:22:50 (Printausgabe 23) autorIn und feedback : Sylvia Köchl |
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Ohne Urheberrecht ... ... keine künstlerische Existenz. Offener Brief von Ludwig Laher und Gerhard Ruiss zur „Anti-Urheberrechtsaktion“. [20.04.2012,Ludwig Laher und Gerhard Ruiss] Die neue Arbeit am Leiden Warum Sozialarbeit und Therapie zunehmend verschwimmen [20.04.2012,BW] Wem gehört Wien? MALMOE-Schwerpunkt zum Thema Leerstand und Soziale Bewegungen [27.03.2012,Redaktion] die vorigen 3 Einträge ... die nächsten 3 Einträge ... |
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