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  Was wurde eigentlich aus...?

Ein Update zu MALMOE-Themen in früheren Ausgaben. Folge 3: Post-Porn

Geprägt wurde der Begriff „Post-Porno“ von der US-amerikanischen Sex-Performerin und Aufklärerin Annie Sprinkle: „Through identifying with joy, independence and agency in sex-performance, Sprinkle made us think of sex as a queer/feminist counter-pleasure outside the victimising framework of censorship and taboo“ (postpornpolitics.com). In feministischen und queeren aktivistischen Kontexten wird Post-Porno als Möglichkeit zur Kritik regierender Verhältnisse – etwa im Sinne der queeren Aneignung heterosexistischer Erzählungen – diskutiert und in Beziehung zu herrschenden Subjektivitäts- und Identitätspolitiken, aber auch Beziehungsnormen gesetzt. Immer wieder geht es dabei zudem darum, das Begehren „anderer“ Körper bzw. Körper, die außerhalb der Norm stehen, als begehrenswert zur Sprache zu bringen und so herkömmliche dichotome Kategorien aufzubrechen.
Die Auseinandersetzung mit der (Re-)Politisierung von Sexualität fand in MALMOE in unterschiedlichen Beiträgen Niederschlag – u.a. im Schwerpunkt über „Porno-Intellektuelle“ (MALMOE #36), im Interview mit den Organisator_innen der Sex-Party beim Ladyfest 2007 (MALMOE #38) oder im Gespräch über den heuer erschienenen Reader zum Symposium „PostPornPolitics“, das 2006 in Berlin stattfand und den Diskurs im deutschsprachigen Raum wesentlich beförderte. In Heft 37 widmete sich MALMOE zudem in einem ausführlichen Gespräch mit dem Verein LEFÖ der Situation von (migrantischen) Sexarbeiterinnen in Österreich und der Solidarisierung mit der internationalen Hurenbewegung – denn die Herrschaftskritik, wie sie im Post-Porno formuliert wird, schließt nicht zuletzt auch weniger Sichtbares wie die Erfahrungen in der Sexarbeit und die Reflexion über Arbeitsverhältnisse in der Sexindustrie ein.



online seit 28.06.2010 10:50:32 (Printausgabe 50)
autorIn und feedback : viyu




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