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cuisine précaire Brot backen. Mit Stefanie Sourial Brot backen ist meiner Meinung nach deswegen so spannend, da es, trotz unzähliger Rezepturen, auf die Improvisation ankommt, wie genießbar oder eben auch nicht das Endprodukt letztendlich ist. Ähnlich also wie im Theater, wo auch sehr oft das Unvorbereitete, aus dem Stegreif kommende ausschlaggebend für etwas sein kann, das es so vorher noch nicht gegeben hat. Interessant daran ist das Scheitern, das trotz Erfahrung und Wissen immer wieder passieren wird, vor allem dann, wenn ein Risiko eingegangen wird. Dementsprechend aufregend schmeckt daher das Resultat, nämlich dann, wenn etwas selbst erfunden wurde. Rezepten zu folgen ist deswegen schwierig, weil jeder Teig sich anders entwickelt, da dieser nie derselben Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist. Das wirkt sich wiederum auf die Art des Aufgehens aus. Hier gibt es eine Grundregel: Aufgehen lassen, und das so lange wie möglich. Wenn man einmal weiß, warum, ist das auch logisch nachvollziehbar: Durch Triebmittel, wie z.B. der Hefe, werden Bakterien eingeladen und essen den von uns vorbereiteten Teig, und so wie wir, wenn wir gegessen haben, furzen sie. Sie pupsen und pupsen und je mehr sie das tun, desto mehr Luft kommt da rein und desto flaumiger wird der Teig. Dann muss die ganze Luft wieder rausgeknetet und der Teig noch einmal stehen gelassen werden, um die lieben GästInnen erneut essen und furzen zu lassen. Diesmal die Pupsluft nicht rauskneten! (Die zweiten haben ein weniger starkes Aroma.) Auch der Prozess des Knetens ist immer ein anderer: Einmal wird er gepresst, einmal geschlagen, eine Person ist gestresst, die andere von Zeit getragen… wie auch immer, das alles hat Auswirkungen auf den Geschmack und kann daher nicht vorher in einem Rezept festgelegt sein. Daher ist es gerade beim Brotbacken ausschlaggebend, sich auf das Produkt zu konzentrieren, ständig zu kosten und daran zu riechen (auch die Pupse), um selber abzuschätzen, welche weiteren Ingredienzien da noch dazu passen könnten. Rezepte geben viele Ideen und sinnvolles Wissen über Dinge, auf die man oft einfach nie kommen würde. Die Augen bleiben jedoch oft zu sehr in den vor sich liegenden Seiten der Kochbücher kleben, und es wird kaum wahrgenommen, was mit der eigentlichen Speise vor sich passiert. online seit 04.06.2009 10:24:26 (Printausgabe 45) autorIn und feedback : Stefanie Sourial |
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Was würdest Du... ...mit einem bedingungslosen Grundeinkommen machen? Teil 6 [20.07.2010,Katharina Morawek] Was wurde eigentlich aus...? Ein Update zu MALMOE-Themen in früheren Ausgaben. Folge 11: Homo-Ehe [01.07.2010] Was würdest du... ...mit einem bedingungslosen Grundeinkommen machen? Teil 5 [21.06.2010,Elfie Resch] die nächsten 3 Einträge ... |
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