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Die Kampagne gegen Pelzverkauf bei Kleider Bauer Die nun unter Anklage stehenden Aktivist_innen sollen von Tierausbeutung profitierende Unternehmen durch gezielte Kampagnen genötigt haben, ihre Geschäftspolitik zu ändern. Der Kleider Bauer Kampagne wird dabei besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet: Sie ist das Kernstück der Anklage, war aber auch zentral für die polizeilichen Ermittlungsmaßnahmen, da der verwendete §278a eine organisierte „Einflussnahme auf Politik oder Wirtschaft“ unter Strafe stellt, wie bei politischen Kampagnen üblich. Hintergrund des Umstiegs auf Kampagnenarbeit im Tierrechstbereich war eine sich ändernde Geschäftspolitik von Modeketten Ende der 1990er Jahre. Zu diesem Zeitpunkt zog die schwer angeschlagene Pelzindustrie mit der Taktik „ein bißchen Pelz“ in Form von Pelzkrägen und -verbrämungen in Modehäuser ein und begann Tierpelze wieder massiv zu bewerben. Die Tierrechstszene reagierte auf diese Entwicklung, indem sie ihre Aktivitäten auf größere Textilgeschäfte wie z. B. C&A und Peek&Cloppenburg konzentrierte und diese somit zum Ausstieg aus dem Pelzverkauf bewegen konnte. Seit 2006 gibt es eine Kampagne gegen Pelzverkauf bei der Kleider Bauer Gruppe. Österreichweit wurden wöchentlich Kundgebungen von verschiedenen Tierrechtsgruppen vor den Geschäften abgehalten. Aktionsformen wie Go-Ins, Blockaden, E-Mail- und Telefonaktionstage, Home Demos – eine breite Palette an kreativen Protestformen also – bereicherten die Kampagne. Unabhängig von diesen Protesten kam es immer wieder auch zu einigen Sabotageakten, wie dem Beschädigen von Fenstern und Fassaden von Verkaufsfilialen. Täter_innen konnten hier bis heute jedoch nicht ausgeforscht werden. Die ersten Anzeichen der Repression bzw. der Erfolg der Kampagne zeigten sich schon in den bald folgenden Einschränkungen und Verboten der Demos, die bis heute anhalten. Ein Grünpolitiker hat später Dokumente veröffentlicht, die Treffen zwischen hochrangigen Polizeibeamten und den Gebrüdern Graf – den Chefs von Kleider Bauer – belegen und aus denen hervorgeht, dass die Grafs ein Ende der Demos gefordert und die Gründung einer SOKO quasi in Auftrag gegeben haben. In der Folge versucht(e) nun die Staatsanwaltschaft die Kampagne an sich sowie einzelne Protestformen im Rahmen dieser, zu kriminalisieren. Offizielle E-Mails an die Geschäftsführung, in denen die Kampagne angekündigt wird, sowie die Blockade eines Autos der Pressesprecherin von Kleider Bauer während einer Demo, sollen z. B. „versuchte Nötigungen“ sein. online seit 23.03.2010 11:22:09 (Printausgabe 49) autorIn und feedback : Andreas Novon Links zum Artikel:
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