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Irritationen, Analysen, Kooperationen Wie feministisch ist die Linke – wie links ist der Feminismus? „Eine Feministin, ob sie sich als links bezeichnet oder nicht, ist per definitionem eine Linke. Sie kämpft für die totale Gleichberechtigung … In einer Gesellschaft, in der die Erfahrungen jeder einzelnen Person genauso viel wert sind wie diejenigen jeder anderen, gibt es automatisch Gleichberechtigung, d.h. wirtschaftliche, politische Gleichberechtigung und vieles mehr. Also: Geschlechterkampf bedeutet gleichzeitig Klassenkampf, Klassenkampf bedeutet dagegen nicht automatisch Geschlechterkampf.“ (Simone de Beauvoir) MarxistInnen und Feministinnen sahen ihr Verhältnis nicht immer in solch einfacher Klarheit wie de Beauvoir. Daher stellt sich dieses Verhältnis – bis auf Ausnahmen – mehr als ein vertracktes Unverhältnis denn eine differenzierte Bezugnahme dar. Für (klassische) praktische und theoretische MarxistInnen war die Geschlechterfrage bestenfalls ein Nebenschauplatz und beispielsweise die unbezahlte Frauenarbeit nicht der Rede wert. Umgekehrt haben selbstorganisierte Feministinnen die Partei/en gescheut wie der Teufel das Weihwasser. Die Debatten um Haupt- und Nebenwiderspruch, also um die Erstrangigkeit des Huhns (Patriarchat) oder des Eis (Kapitalismus) und vice versa, fanden zu keiner Aufhebung und sind nolens volens im Sand verlaufen. Doch angesichts der politischen Weltlage – und insbesondere der in diesem Land – ist es höchste Eisenbahn (solange sie noch fährt), sich erneut den Kontroversen zu stellen bzw. auch die theoretischen Veränderungen auf beiden Seiten in den letzten Jahren gegenseitig zu reflektieren. Dabei geht es um mehrere Ebenen – die neo/ marxistische und post/feministische Re-Theoretisierung zu Androzentrismus, Kapitalismus und Neorassismus in Gang zu setzen; Prozesse der linken, feministischen, minderheitsorientierten Re-Politisierung zu initiieren; Prozesse der Überwindung von Widersprüchen ohne deren Verleugnung zur Neuerfindung gemeinsamer politischer Handlungsoptionen auszulösen. Diese ambitionierten Ziele werden noch dadurch erweitert, dass sich die Organisatorinnen der vom 20.-22. März stattfindenden Frauen- Konferenz – selbst aus unterschiedlichen politischen Herkünften stammend – ein divergentes Frauenpublikum wünschen: das feministische Netzwerk der EL (Europäische Linke), dem hauptsächlich Parteifrauen, aber auch „unparteiische“ Feministinnen aus Süd-Ost- Nord-West-Europa angehören; unorganisierte linke Frauen; feministische und migrantische Frauenprojekte; linke Frauen aus gemischten Zusammenhängen; links und/oder feministisch interessierte Frauen. Das bedeutet auch, dass es um die Organisationsformen selbst gehen wird, also z.B. um Kritiken an den nach wie vor von Männern dominierten Parteistrukturen, um gegenseitige Kritiken feministischer und genderkonzipierter Strategien, um gegenseitige Kritiken frauenbezogener und mixtorientierter Gruppierungen und, und, und … Aber eines könnte doch ein gemeinsames Anliegen sein: Welche neuen Herausforderungen stellen sich uns durch die Turbokrisen, und wie können sich Frauen vor diesem Hintergrund organisieren, gar zusammen ihren Protest setzen? Und, ach ja, die Welt zu einem Guten bringen. Frauen -Konferenz 20. – 22. März 2009 in Wien Mit dieser Konferenz soll ein Impuls zur Vertiefung des aktuell notwendigen Zusammenbindens von linken und feministischen Positionen gesetzt werden. Zur Teilnahme eingeladen sind Aktivistinnen der feministischen Bewegungen, engagierte Frauen der europäischen Linksparteien und Interessentinnen an einer kritischen Politik zu längst oder wieder fälligen Auseinandersetzungen. Vortragende: Frigga Haug (D) zu: Geschlechterverhältnisse/Produktionsverhältnisse Tove Soiland (CH) zu: Geschlechterdifferenz versus Marxismen? Maureen Maisha Eggers (D) zu: Rassismus, Klassismus, Sexismus Mária Joó (H) zu: Postsozialismus und die Frauenfrage Manuela Tavares (P) zu: Marxismen – Feminismen Workshops zu Theoriebildung und Erfahrungsaustausch, Kulturprogramm, Internationales Frauenfest (21.3.) Ort: Kolpinghaus, 1090, Liechtensteinstr. 100 und FZ, 1090, Währingerstr. 59 Eintritt frei! Kleine kulinarische Umsorgungen vorhanden. Info und Anmeldung bei: hilde.grammel@aon.at online seit 20.03.2009 13:22:16 (Printausgabe 45) autorIn und feedback : Hilde Grammel und Birge Krondorfer |
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Zerschlagene Erinnerungskultur Zur wiederholten Zerstörung des „Denkmals der Namen“ in Villach/Beljak [30.08.2010,Wendy Bachmann] Was wurde eigentlich aus...? Ein Update zu MALMOE-Themen in früheren Ausgaben. Folge 6: Plakatierverbot [22.08.2010,Karl Neumayer ] Was wurde eigentlich aus...? Ein Update zu MALMOE-Themen in früheren Ausgaben. Folge 8: Wiener Wahl Partie (WWP) [15.08.2010,Andreas Görg] die nächsten 3 Einträge ... |
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