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Researchers without Borders

Sie sind Ärztinnen, IngenieurInnen oder HistorikerInnen. Einst hatten sie Schlüsselpositionen in ihrer Gesellschaft inne, nahmen am akademischen Diskurs teil, bildeten sich fort und engagierten sich in ihrer Gemeinde. Geflohen vor Krieg und existenzieller Not, vor politischer Verfolgung und Rassismus verbringen sie heute ihren Tag mit Warten. Warten auf einen Asylbescheid oder einen Job.

Die Rede ist von hoch und höchstqualifizierten AsylwerberInnen und Flüchtlingen in Österreich. Ihre Zahl wird seitens der Behörden nicht erhoben. Ihre vergessene Anwesenheit bildet so die Kehrseite der Diskussionen – Stichwort "Green Card" – um den Zuzug von Schlüsselkräften für den Wirtschaftsstandort Österreich. Die akademische Debatte ist geprägt von der Diskussion um "brain drain", den Verlust österreichischer Spitzenkräfte an den internationalen Bildungsmarkt. Ausgeblendet bleibt oftmals der „brain gain“ an Spitzenkräften, die sich bereits in Österreich befinden, die aber aufgrund jahrelanger Asylverfahren keinen Zugang zu ihren ursprünglichen Forschungsfeldern finden. Eine kürzlich erschienene Studie des Zentrums für Soziale Innovation bringt es auf den Punkt: 44 Prozent der MigrantInnen, die nicht die österreichische Staatsbürgerschaft haben, sind in Berufen tätig, für die sie mehr als überqualifiziert sind. Obwohl die Anrechenbarkeit ausländischer akademischer Grade bzw. deren österreichische Entsprechung gesetzlich festgelegt ist, ist es für MigrantInnen sehr kompliziert, einen im Ausland erworbenen Abschluss in Österreich nostrifizieren zu lassen. Einmal von der wissenschaftlichen Community abgeschnitten, schaffen es jedoch die wenigsten, sich wieder in ihrem Fachbereich zu etablieren. Bislang gibt es keine Beratung und Unterstützung für hoch qualifizierte AsylwerberInnen und anerkannte Flüchtlinge. AkademikerInnen finden sich oftmals bei Hilfstätigkeiten wieder, um überhaupt arbeiten und sich und ihre Familien versorgen zu können. Der Verein "Reseachers without Borders" hat sich die Unterstützung hoch qualifizierter AsylwerberInnen und Flüchtlinge zum Ziel gesetzt.

Was können Sie tun? Setzen Sie ein Zeichen und unterzeichnen Sie den Aufruf von "Researchers without Borders". Als Spenden werbende Organisation ist der Verein, um unabhängig arbeiten zu können, aber zusätzlich auch auf die finanzielle Unterstützung der Scientific Community und der Zivilgesellschaft angewiesen: Wir ersuchen Sie deshalb, Ihrer Solidarität auch mit Ihrer Spende oder durch Ihre Mitgliedschaft Ausdruck zu verleihen.



online seit 26.08.2006 11:10:30 (Printausgabe 33)
autorIn und feedback : www.researcherswithoutborders.at


Links zum Artikel:
www.researcherswithoutborders.at



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