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Elite-Unis für alle! Ein MALMOE-Schwerpunkt zur Elitenförderung in der Bildungs- und Hochschulpolitik & ihren (un-)möglichen Alternativen. Die Diskussion um "bessere Elitenförderung" ist in Österreich wie anderswo ein periodisch wiederkehrendes Thema bildungs- und hochschulpolitischer Debatten. Den letzten großen Vorstoß in diese Richtung initiierte Ende 2004 der Physiker Anton Zeilinger mit seinem Konzept für eine "Vienna University of Excellence". Die Stadt nahm das zum Anlass, um eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, die dem "Standort Wien" ideale Voraussetzungen für eine Elite-Universität attestierte. Bildungsministerin Gehrer reagierte im Januar 2005 mit der Einsetzung einer "Task Force Spitzenuniversität", die Einzelheiten für eine rasche Realisierung des Konzepts ausarbeiten sollte. Erfreut zeigte man sich damals vielerorts allerdings auch über einen Nebeneffekt der Debatte, nämlich darüber, dass der vermeintlich zu Unrecht in Misskredit geratene Eliten-Begriff endlich auch in Österreich wieder in aller Munde war. Denn dass es eine "Elite" gibt, sei schließlich unbestreitbar: "Es gibt Menschen, die Begabungen haben, die andere nicht haben" und solche, die bereit sind "mehr zu leisten als andere", wie Zeilinger nicht müde wurde zu betonen. Zwischenzeitlich ist besagte Debatte zwar abgeflaut und die großen Pläne für eine Elite-Universität werden vorerst wohl nur in einer abgespeckten Version – nämlich in Form des von Gehrer im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach im August präsentierten Exzellenzzentrums "Austrian Institute of Advanced Science and Technology" – Realisierung finden. Auf ideologischem Gebiet scheint man jedoch erneut einiges an Terrain gut gemacht zu haben. Deutlich wurde dies nicht zuletzt an der Reaktion auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum österreichischen Hochschulzugang Anfang Juli dieses Jahres. Im Schnellverfahren und weitestgehend unwidersprochen wurden da seitens der Bundesregierung Zugangsbeschränkungen durchgesetzt und damit der "freie Hochschulzugang" in Österreich faktisch ad acta gelegt. Vorerst gilt das zwar nur für acht Studienfächer, aber es handelt sich auch bloß um eine "Übergangslösung" – und vermutlich wohl um einen Vorgeschmack auf das, was kommen soll. Bereits wenige Tage nach dem EuGH-Urteil wartete so beispielsweise der Wissenschaftsrat – ein von Gehrer 2003 eingerichtetes Beratungsorgan der Bundesregierung in Fragen der Universitäts- und Wissenschaftspolitik – mit dem Vorschlag auf, nun möglichst rasch "qualifizierende Auswahlverfahren" für alle Studienfächer und alle Ebenen der dreistufigen Studienarchitektur (Bachelor, Master, Doktorat) zu entwickeln. Die Regierung zeigte sich erfreut: Eine "Qualitätsauslese" (Schüssel) sei nämlich notwendig, um die Spreu vom Weizen bzw. die zukünftigen "Eliten" von der "Masse" zu scheiden. Denn dass man auch für ein Studium "eine gewisse Eignung haben muss" (Gehrer), sei wohl klar. Wer den Kammerton A nicht hört, könne schließlich auch keinE MusikerIn werden. Mit Argumenten solcher Art sollen die Selektionsmechanismen, die im (österreichischen) Bildungssystem freilich seit jeher wirken, nun also weiter verschärft, die hierarchische Differenzierung im Inneren weiter zugespitzt werden. Texte des MALMOE-Schwerpunkts "Elite-Unis für alle!": "Elitenausbildung für alle!" Keine Alternative? Der Geniestreich online seit 14.10.2005 00:58:51 (Printausgabe 28) autorIn und feedback : Redaktion |
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