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  Mit dem Wolf im Bauch

Mit „Petra und der Wolf #1“ ist nun endlich die heiß ersehnte CD der Wiener Band gleichen Namens erschienen.

Die Geburt war vollbracht. Lang angekündigt, heiß ersehnt war sie, die EP-Präsentation von Petra und der Wolf im rhiz. Und äußerst gelungen, den schwitzenden Leibern, heiseren Stimmen und rauschigen Augen von Band und Publikum zu entnehmen. Fast zwei Stunden lang versetzten Petra Schrenzer, Aurora Hackl und Gastbassistin Martina Stranger ihr Publikum in fieberhafte, manchmal auch drückende Zustände, die mit der Zugabe und den zwei rockigsten Nummern des Abends in pure Energie überschlugen. Zwischen wütend und traurig, anklagend und verzweifelnd, nachdenklich und impulsiv eröffneten sich Gefühls- und Klangwelten, die nach dem Konzert noch lange nachhallten.

Wer Petra und der Wolf vor zwei Jahren beim _rampenfiber_ im fluc debütieren gesehen hat, weiß um die Veränderung. Im Auftreten selbstbewusster, aufeinander abgestimmter und mit mehr Lust als Angst vor der großen Unbekannten „Publikum“ präsentierten sie ihr Werk sichtlich stolz und ausgelassen der herbeigeeilten Gefolgschaft. Dies hört sich auch auf der CD gut an. Den Vorwurf der Monotonie und Wiederholung ein und desselben Liedes auf Albumlänge wird diese Veröffentlichung mit Leichtigkeit von sich schütteln. Die Lieder wirken in sich stimmig, haben Form und Struktur bekommen ohne ihren improvisierten, spontanen und teils unvorhersehbaren Charakter zu verlieren.

Eingängig und doch vielschichtig genug um von Mal zu Mal Neues zu entdecken. Mit Gitarre, Schlagzeug, Saxophon und einer für alle Höhen und Tiefen ausgestatteten Stimme pendeln Petra und der Wolf zwischen klassischem Singer/Songwritertum, rockigen Anleihen und jazzigen Tönen. Dazwischen werden Erinnerungen an den Grunge der 1990er wach und die Lust noch einmal 16 zu sein. Wohltuend auch, dass sich Petra und der Wolf mit ihrem rauen, treibenden, aneckenden Sound und dem kraftvollen Gesang von aktuellen Trends der alternativen Wiener Musikszene abhebt.

„Zerbrechliche Frauenstimmen“ und verspielte Arrangements sucht man_frau hier vergebens, stattdessen kommen Assoziationen mit PJ Harvey und Ani diFranco auf. Irgendwie beruhigend anders. Die Melancholie und das manchmal auch vorhandene Pathos in den Texten gehen in den besten Stellen mit energischen Ausbrüchen, abrupten Enden oder kraftvoller Beschleunigung einher. Sodass man_frau am Ende, nach ausgekotzter Wut und diffuser Verzweiflung, zwar nicht lächelnd, aber zumindest aufgebäumt in die nächste Runde geht.

Eine EP für wütende und besinnliche Zeiten, Liebeskummer und Familienfest, selbstzweifelnde und größenwahnsinnige Stunden. Und wenn sich die aufflackernden Lichtblicke und der mitreißende Enthusiasmus beim nächsten Mal in mehreren Nummern durchsetzen, haben Petra und der Wolf auch die Chance durch den nächsten Roadtrip zu peitschen und an verrauchten Sommertagen den Soundtrack zu liefern.

Petra und der Wolf: „Petra und der Wolf #1“, CD, Eigenverlag 2011

online seit 21.09.2011 11:15:55
autorIn und feedback : Corinna Widhalm




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