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Wir machen es uns selbst! Feministische Strategien in der kulturellen Selbstorganisation – eine Ausstellung in der IG Bildende Kunst Spätestens seit den 1970er Jahren lassen sich vielfältigste Formen kultureller weiblicher Selbstorganisation beobachten und sind heute aus der feministischen Kulturarbeit - die auch als Korrektiv zu den herrschenden Verhältnissen funktioniert - nicht mehr wegzudenken. Anfang bis Mitte der 1970er Jahre wurden die ersten großen, zum Teil noch bis heute bestehenden feministischen Zeitschriften wie AUF – Eine Frauenzeitschrift, AEP-Informationen in Österrreich oder Courage bzw. EMMA in Deutschland und Ms. Magazine in den USA gegründet. Auch in der populären Musik und visuellen Kunst entschieden sich Frauen vielerorten, der hegemonialen Kulturproduktion ihre eigenen Strukturen entgegenzusetzen: 1976 fand das erste Michigan‘s Womyn‘s Music Festival statt, das auch heute noch wegen seiner restriktiven Biopolitik so beliebt wie umstritten ist, 1981 ging in Berlin mit Venus Weltklang das Erste Internationale Frauen Rock Festival über die Bühne, in Wien organisierte VALIE EXPORT 1975 die internationale Ausstellung MAGNA. Feminismus: Kunst und Kreativität und 1985 Kunst mit Eigen-Sinn. Aktuelle Kunst von Frauen. Die „Erbinnen“ der radikalen Riot Grrrls der 1990er Jahre haben mit dem ersten Ladyfest 2000 im Oregoner Olympia und der Welle an international nachfolgenden Ladyfesten Geschichte geschrieben. Und neben den seit damals bestehenden Formaten gibt es heute zahlreiche meistens auf low- bis no-Budget-Level betriebene Medien wie Cuntstunt, fiber, an.schläge TV. Die Explosion informeller weiblicher Szene-Kommunikation und Vernetzung via der durch Punk und besonders der Riot- Grrrl-Bewegung angekurbelten Fanzine-Kultur, von Elke Zobl auf grrrlzines.net dokumentiert, ist ein weiteres wichtiges Element der Do-It-Yourself-Kultur, die ihren ersten Höhepunkt im Punk fand. Dieses DIY-Prinzip, das stets mit politischen Forderungen nach eigenen Räumen oder Mitspracherecht verknüpft war, hat sich mittlerweile als grundlegendstes Mittel feministischer Selbstorganisation etabliert: Sei es bei der Gründung von Medien, der Organisation von Veranstaltungen und Netzwerken oder bei der Formulierung politischer Forderungen, ohne dabei die Problematik der prekären Organisationsformen und Lebenssituationen zu vergessen. Der Ausstellungsschwerpunkt liegt auf feministischer Selbstorganisation im Rahmen von Medienproduktion und der Schaffung öffentlichen Raums wie beim Ladyfest. Weder soll DIY in unserer Ausstellung als die zum Style-Element mutierte ästhetische Geste, die Subversion nur noch als Oberfläche versteht, abgebildet, noch die momentan vor allem in den USA beliebten kreativ im trauten Heim bastelnden Selbstverbesserungs- und -verschönerungsstrategien verkündet werden. Im Vordergrund der Ausstellung steht der politisch-ästhetische Handlungsraum, der sich durch diese Verfahren öffnet. Für uns stellt die aktivistische Selbstorganisation und die daraus hervorgehende Vernetzung von Frauen nicht nur einen wichtigen Akt der Selbstermächtigung und Etablierung einer feministischen Gegenkultur dar. Wir sehen die aktuellen Aktivitäten als Kontinuum der von damals, deren wegweisende künstlerische Impulse. Zum einen haben wir zahlreiche Medien, politische Initiativen und Kollektive eingeladen, ihre Tätigkeiten in Selbstdarstellungen vorzustellen: AEP, an.schläge, Archfem, a room of one‘s own, AUF, female pressure, fiber, FO/GO Lab, Frauenhetz, Ich schau dir in die Augen … prekäres, atypisches Leben!, Ladyfest Wien 2007, Lookism, maiz und www.migrazine.at, Quote, FrauenLesbenSchiene / Radio Orange 94.0, Schwarze Frauen Community, Sic!, Stichwort, u.a. Zum anderen haben wir an.schläge TV, Cuntstunt, Elke Zobl von grrrlzines.net, Christine Kewitz und Stephanie Müller (Gemischte Gefühle - Du Mich Auch?!), Bettina Mooshammer und Eva Trimmel (ladyspace), Radikales Nähkränzchen, Rhythm King and her friends, Audrey Samson, Schwestern Brüll und Stefanie Seibold um Ausstellungsbeiträge gebeten. Mit den Selbstdarstellungen und Beiträgen wollen wir einen Überblick über feministische Kulturarbeit geben und Ausdrucksformen in Fanzines, Musik, Performance, Handarbeit zeigen, die sich außerhalb von einem etablierten Hochkulturkontext bewusst selbst organisieren und im Gegenzug damit diesen auch ein Stück weit unterlaufen und zersetzen. Während der Ausstellung findet von 16. bis 20. Mai 2007 das Ladyfest Wien 07 statt. DIY - Wir machens uns selbst! Feministische Strategien in der kulturellen Selbstorganisation. Ausstellungsdauer: 10. Mai bis 8. Juni 2007, Eröffnung: 9. Mai 2007, 19 Uhr Veranstaltungen Do., 10. Mai, 19 Uhr Videoscreening: Best of an.schläge TV, Ich schau dir in die Augen … prekäres, atypisches Leben!, Rhythm King and her friends, u.a. Fr., 18. Mai, 18 Uhr Präsentation: Audrey Samson ascii threads/ und Performance: Gemischte Gefühle – Du Mich Auch?! HörStoffe von Christine Kewitz und Stephanie Müller. online seit 04.05.2007 10:30:16 (Printausgabe 37) autorIn und feedback : Sonja Eismann und Christiane Erharter Links zum Artikel:
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Mixtape Film Special by Verena Weissenböck [09.12.2008,Verena Weissenböck] Feminist press|ure Jubiläum, Symposium, Buch [24.11.2008,Lea Susemichel] Border Fuckers Transfabulous und politische queere Performance [20.10.2008,Interview: Greg und Emine] die nächsten 3 Einträge ... |
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