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  Riot Control, Hiz Biz und Chiquita

Der 8. Mai, der Tag der Kapitulation NS-Deutschlands, wurde hierzulande nie wirklich gefeiert, allerdings seit langem schon von Neonazis betrauert.


Vor der heurigen linken "Siegesfeier" stellte auch die schwarzblaue Regierung klar, was sie von diesem Datum hält. Vizekanzlerin Riess-Passer wollte, dass alle 50 Millionen Opfer des Krieges geehrt werden sollen, so wie sie es verdient haben. Inkludiert also auch die Trauerrede am Grab des Wehrmachtssoldaten. Und Kanzler Schüssel stellte fest, der wichtigere Tag sei ja wohl der 27. April. Da wurde zwar tatsächlich in Wien schon mal provisorisch die 2. Republik ausgerufen, gleichzeitig rauchten in Mauthausen aber noch die Schlote.

Teile unseres Bundesheers treiben sich ja nach wie vor in Afghanistan herum und verstärken die Internationale Schutztruppe. Auf www.bundesheer.gv.at/isaf berichten Soldaten und Offiziere regelmäßig über den Einsatz, z. B. über eine Weiterbildungsmaßnahme der besonderen Art: das Kontrollieren von Menschenmassen und Krawallen. Innerhalb kürzester Zeit, berichtet Major Karl Curin, habe die österreichische Einheit den Umgang mit der CRC-Ausrüstung (Crowd and Riot Control) gelernt. Und das unter Opfern, denn der Umgang mit dem Mehrzweckstab bedarf "einiger Stunden des Übens, um sich nicht selbst zu treffen". Geübt wurden außerdem "Steinwurfszenarien". Die Soldaten seien nun, so Curin, "für zukünftige Sicherungsaufgaben gut gerüstet". Hm.

Passend dazu propagiert das US-amerikanische Verteidigungsministerium auf www.defendamerica.mil eine neue Ausbildung zu "Urban Warfare". Niemand wisse, wo die "battles of the future" ausgetragen werden, deshalb lautet die Devise: Preparing for anything. Bei Manövern in einem eigens errichteten Areal in Florida werden z. B. im Häuserkampf feindliche Einheiten der selbst erfundenen "Hiz Biz Islamic Front" angegriffen.

In Ecuador arbeiten Kinder zwischen 8 und 12 Jahren auf Bananenplantagen. Laut einem aktuellen Bericht von Human Rights Watch arbeiten sie 12
Stunden pro Tag, müssen schwere Bananenstauden tragen, unreines Wasser trinken und sind vielfach sexuellen Belästigungen ausgesetzt. Wenn Pestizide per Flugzeug versprüht werden, sind sie oft noch auf dem Feld und können sich nicht schützen. Ecuador ist der wichtigste Bananenexporteur weltweit und produziert fast ein Viertel der Bananen, die in den USA und Europa konsumiert werden. Profiteure dieser Kinderausbeutung sind die Exportunternehmen Chiquita, Del Monte und Dole sowie die einheimischen Konzerne Noboa und Favorita.

online seit 05.06.2002 00:21:46
autorIn und feedback : Sylvia Köchl




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