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Das Community-Produkt Phoenix und Chimera zeigen, wofür Open Source gut ist. Ein Beitrag über Software, der nicht von Computern handelt. Der Browserkrieg ist jetzt mal vorbei: 95 % aller Menschen sehen sich Internetseiten mit dem InternetExplorer aus dem Hause Microsoft an. Was aber wurde aus dem Monopolist der frühen Tage des Internets, Netscape? Finanziell ist Netscape bestenfalls ein Sanierungsfall. Nicht so technisch besehen. Seit dem 23. Februar 1998 wird das Programm offen gerneralsaniert. Das mozilla.org-Projekt, welches finanziell von Netscape (zum damaligen Zeitpunkt im Besitz von Sun und seit Anfang 1999 Eigentum von AOL) getragen wird, ist das größte Open Source Projekt mit kommerziellem Background. Anfangs belächelt, wurde vor knapp 2 Jahren deutlich, dass das Unternehmen in jeder Hinsicht ein Erfolg war. Es stellte sich schnell heraus, dass eine bloße Überarbeitung des Netscape-Programmes kaum zum Erfolg führen würde. Noch im relativ kleinen Kreis des ursprünglichen Mozilla-Teams wurde entschieden, wesentliche Programmteile neu zu schaffen. In den ersten 3 Jahren entstand, zunächst zaghaft, bald aber sprunghaft, die erwünschte Web-Community. In der Folge entwickelte eine nicht definierte Gruppe von Menschen, die abgesehen vom Netscape-Zentrum gänzlich unhierarchisch funktioniert, einen Internet-Browser, die unangefochtene Herzapplikation des Internet-Zeitalters. Damit aber nicht genug. Die offene Entwicklungsstrategie hat mittlerweile auch die inhärenten Sideeffekts. Neben einer Unzahl von zusätzlichen Funktionen sowie einer noch nie da gewesenen Plattformunabhängkeit, die sicherstellt, dass Mozilla nahezu auf jedem Computer läuft, gibt es jetzt auch 2 Adaptionen des Browsers selbst. Chimera ist eine Anpassung speziell für die neuersten Geräte aus dem Hause Apple. Das Phoenix-Projekt hat Mozilla einer rigorosen Verschlankung unterzogen. Entgegen dem Trend, das Browser-Programm mit allerlei zusätzlichen Funktionen zu versehen, ist Phoenix eine auf Geschwindigkeit und Bedienbarkeit optimierte Anwendung des Mozillacodes. Die Stärken offener Entwicklung von Computerprogrammen zeigen sich hier deutlich. Weiterentwicklungen, ganz gleich wodurch sie motiviert sind, können in vollem Ausmaß nicht nur auf das Ergebnis bisheriger Entwicklungen, sondern wegen deren völlig offener Kommunikations- und Netzwerkstrukturen auf eine vielschichtige Dokumentation zurückgreifen. Die Community und ihre Produkte entziehen sich – noch – ökonomischen Gesetzen. Dass zwischen dem Aufwand und möglichen Gewinnen, seien sie auch nur indirekt erzielt, keine Relation besteht, ist trivial. Unzählige Arbeitsstunden, die in das Mozilla-Projekt geflossen sind, wurden niemals bezahlt. Bemerkenswert ist aber, wie sich eine Form des gemeinsamen Produzierens heutzutage dem Zwang zum Branding entziehen kann. Andernfalls müsste das Phoenix-Programm doch zweifelsfrei den Namen Mozilla-Light oder Mozilla-Express heißen. So bleiben wir letztlich mit einem Stück Ver- und einer Menge Bewunderung zurück, wie Menschen tatsächlich neue Wirtschaft betreiben – und es selbst vermutlich gar nicht so wahrnehmen. PS: Soviel Computer muss sein: Bitte verwenden Sie nicht – nur – den InternetExplorer. Gehen Sie einfach auf mozilla.org. Zur Installation von Phoenix bedarf es lediglich eines Entpackungsprogrammes wie WinZip! online seit 06.02.2003 10:20:40 (Printausgabe 11) autorIn und feedback : yy |
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