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  Was wurde eigentlich aus...?

Ein Update zu MALMOE-Themen in früheren Ausgaben. Folge 17: Partizipative Netzkulturförderung in Wien

So begann es: „Ein (…) unbürokratisches, unhierarchisches, partizipatorisches, transparentes und demokratisches Fördermodell (…) (, in dem) Förderentscheidungen ohne Kurator oder Jury (…) partizipatorisch und egalitär getroffen werden.“ (Rathauskorrespondenz vom 8.5.2005)
Was dann folgte, war zweifellos viel Partizipation an kontinuierlich veränderten Entscheidungsmechanismen. Allerdings war diese wenig egalitär und auch kaum transparent (vgl. MALMOE #32).

Sodass die Partizipation schrittweise zurückgeschraubt wurde. Ab 2008 wurde eine zu 50% von der Community beschickte Jury eingeführt und nur mehr der Bereich der digitalen Kultur (mit einem Fördervolumen von 180.000 Euro) wurde in direkten Vergabewahlen subventioniert.

Doch die grundlegenden Probleme des Modells konnten durch diese Beschränkung der Kompetenzen nicht gelöst werden – eigentlich wenig erstaunlich, wenn sich die Mechanismen nicht grundlegend ändern und immer noch ein wesentlicher Teil der FörderungswerberInnen auf genau diese Mechanismen angewiesen ist.

Sodass im Jahr 2010 nur mehr 30.000 Euro für Erstlingsprojekte direkt vergeben werden. Dafür allerdings wurde die Jury von vier auf fünf Personen aufgestockt, von denen nunmehr drei von der Community ernannt werden. Und damit ist „schon noch viel Partizipation übrig, jetzt nur in anderer Form“ (SPÖ-Landtagsabgeordnete Sybille Straubinger in einem Interview mit dem ORF). Hierzulande nennt sich so etwas wohl „eine österreichische Lösung“, ansonsten ließe sich auch einfach sagen, das Modell ist gescheitert.

Monika Mokre


online seit 01.09.2010 23:01:52 (Printausgabe 50)
autorIn und feedback : funktionieren


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