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Streifzug EM-Sicherheit-Nachlese Die Euro 2008 ist eben erst vorbei, und ob der Sicherheitswahn und die paranoide Angst vor Anschlägen und Hooligans nur der Einführung und Legitimation sicherheitspolitischer Maßnahmen dienten, kann zwar (wie schon in MALMOE 33) vermutet, aber mit Sicherheit wohl erst später bestätigt werden. Was jetzt schon geht, sind die etwas anderen Highlights der EURO: „Sicherheit“, in Zahlen gegossen: BEAMTE – An die 27.000 Polizisten waren im Zuge der EURO 2008 in Österreich im Einsatz. In der Schweiz brachten es die 30.000 Sicherheitsdienstler – darunter 16.000 Polizisten und 15.000 Armeeangehörige – auf über 150.000 Arbeitstagäquivalente. Darüber hinaus kamen in beiden Ländern auch je 850 deutsche Polizisten zum Einsatz, sowie Beamte aus 16 weiteren Ländern. HOOLIGANS – Die Sinnhaftigkeit von Gefährderdatei, Ausreisesperre und Einreiseverbot stellten Nazi-Parolen skandierende Hooligans aus Deutschland in Frage. Infolge wurden 140, teils von allen drei Maßnahmen betroffene Personen, in Klagenfurt verhaftet. Ansonsten zeigten sich die Fans – trotz medialer Stigmatisierung vor allem vor dem Viertelfinale Kroatien:Türkei – größtenteils von ihrer Schokoladenseite. VERHAFTUNGEN – Detaillierte Zahlen zu Verhaftungen während der EURO hat bisher lediglich das Kanton Zürich veröffentlicht. Von den 616 betroffenen Personen wurden 138 an die Staats-, die Jugendanwaltschaft sowie das Migrationsamt überführt. Letzteres dürfte besonders beschäftigt gewesen sein, denn nach Übertretung der allgemeinen Polizeiverordnung waren 76 Verhaftungen (immerhin mehr als 12 %) nach dem schweizer Ausländergesetz der größte Posten (gefolgt von 56 Betäubungsmittel-motivierten Amtshandlungen). KAMERAS – Die Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen in Wien wurde massiv ausgeweitet. Neben den schon bisher in der Innenstadt von polizeilichen Videokameras überwachten Schweden- und Karlsplatz hat die Wiener Polizei auch den Stephansplatz und den Graben mit Videokameras ausgestattet. Ebenso haben Wiener Linien und ÖBB aufgerüstet. Neben der Ausstattung von U-Bahnstationen mit mehr Kameras wurden im neu gestalteten Bahnhof Praterstern flächendeckend Kameras installiert. Zusätzlich kamen während der EURO 200 mobile Kameras in den Gängen des West- und Südbahnhofs zum Einsatz. DROHNEN – Als Sahnehäubchen des Sicherheitswahns durfte die bei Großereignissen mittlerweile allgegenwärtige Terrordrohung natürlich nicht fehlen. Luftraumüberwachung durch die deutsche Bundeswehr für beide veranstaltende Länder, Infrarot-Giftgassonden der Hamburger Feuerwehr über den Stadien und zusätzliche Überwachungs-Drohnen, fünf Meter lange unbemannte militärische Flugkörper in der Schweiz, die als fliegende Kameras Bewegungen aus der Luft orten sollten, belegen die so legitimierte militärische Hochrüstung der Behörden. STADIEN – Bereits seit der EM in Portugal gehören anonyme Stadionbesuche bei FIFA / UEFA Events der Vergangenheit an; wer sich die Karten nicht am Schwarzmarkt besorgte, hat beim Ticketkauf zugestimmt, dass die übermittelten personenbezogenen Daten auch für Marketingzwecke verwendet und an „sorgfältig ausgewählte“ Dritte weitergegeben werden können. Apropos Stadienbesuche, der (aussichtslose) Kampf der UEFA gegen die Veröffentlichung von Fotos, Videos und Tonmitschnitten wurde ja bereits in der Blogosphäre heftig kritisiert. Ein Wunder, dass überhaupt noch wer zusehen darf, denn den 5 km Dekofahnen standen 15 gegenüber, die nur produziert wurden, um die Absperrungszäune rund um Stadien und Fanzonen auch ja blickdicht zu machen. Quelle: Pressemeldungen von APA, BM:I, DPA, UEFA und VBS. online seit 18.07.2008 12:02:55 (Printausgabe 42) autorIn und feedback : funktionieren |
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Was wurde eigentlich aus...? Ein Update zu MALMOE-Themen in früheren Ausgaben. Folge 17: Partizipative Netzkulturförderung in Wien [01.09.2010] Hinter der Kamera In „Kontrollverluste“ thematisieren ÜberwachungskritikerInnen die Differenzen in der Bewegung für Freiheit statt Angst. [14.08.2010,kal] Das silberne Geschoss Ein Interview mit Evgeny Morozov über die Möglichkeiten und Gefahren der Nutzung des Internets im Allgemeinen und jener von Social Media Seiten im Besonderen im Zusammenhang mit Demokratisierungsbewegungen von Ägypten bis Weißrussland. [05.08.2010,Interview und Übersetzung: Carlo Ponti] die nächsten 3 Einträge ... |
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