![]() |
| |
|
|
||||
| |
||||||
|
Eine österreichische Lösung Neues vom Netzkulturförderungsmodell in Wien Im Jahr 2005 wurde das selbstverwaltete Fördermodell der Wiener Netzkultur mit einer triumphalen Pressekonferenz von Stadtrat Mailath-Pokorny eingeführt. Im Jahr 2008 wird es auf BeamtInnenebene still und heimlich zurückgenommen. Insgesamt ein wenig erstaunlicher Ablauf: Dass das Modell nicht besonders gut funktioniert und die gesamte Szene in eine tiefe Krise gestürzt hat, ist bereits seit einiger Zeit evident. Und dass PolitikerInnen lieber eröffnen als öffentlich scheitern, hat auch keinen echten Neuigkeitswert. Typisch österreichisch ist die Präsentation dieses Scheiterns: Das Modell der Vergabe von Mitteln durch die Community wird nicht abgeschafft, sondern nur bis zur Unkenntlichkeit reduziert: Gelder für Projekte und Mini-Infrastruktur werden weiterhin auf diese Art vergeben, über die Finanzierung von Einrichtungen entscheidet die MA 7 selbst, größere Projekte und Festivals werden durch eine Jury bewertet, die zu je 50% von der MA7 und der Community beschickt wird. Und auch die Validierung im Bereich der Mittelvergabe durch die Community, also die Entscheidung über das aktive und passive Wahlrecht erfolgt durch die MA 7, bzw. durch von dieser gewählte Personen. Im Wesentlichen also die Rückkehr zu durchaus klassischen Strukturen der Förderungsvergabe, die von der Stadt Wien nicht ganz unplausibel mit den chaotischen Abläufen der letzten Jahre argumentiert werden. Und die eifrigsten Mitglieder der Netzkultur-Community bemühen sich um Wahlmodi für die Jurymitglieder und beschäftigen sich mit der Frage, wie die Jurysitzungen ablaufen sollen. Wobei in diesen Diskussionen ein heftiges Misstrauen gegen alle Formen der Öffentlichkeit deutlich wird, „Eventcharakter“ und „schwer zu zügelnde Situationen“ werden befürchtet; nicht-öffentliche Sitzung oder Security-Massnahmen als Lösung angeboten. Das lässt sich durchaus als weiterer Hinweis auf das eigenartige Demokratieverständnis der netznetz-Szene interpretieren. Demokratische Entscheidungsstrukturen wurden zwar von Anfang an als wichtiger Vorzug des Selbstverwaltungsmodells gepriesen, doch blieb zumeist unklar, welches Verständnis von Demokratie hier vertreten wird und wie dieses in konkrete Entscheidungsmodi umgesetzt werden soll. So wurde z.B. die Frage des Auswahlmodus zwar ausführlich, aber mit wenig Berücksichtigung grundlegender spieltheoretischer Erkenntnisse zu dieser Frage diskutiert. Wie in zwei Veranstaltungen zu diesem Thema deutlich wurde (1) , ergaben sich daraus erhebliche, von Anfang an absehbare Probleme. All dies hätte von Anfang bedacht werden können – und zwar von der Kulturpolitik. Den Auswahlprozess förderwürdiger Projekte den ProjektbetreiberInnen zu überlassen ist „eine Gemeinheit“(2) , auch dann, wenn sich die Betroffenen diese Aufgabe selbst aufgehalst haben. Verantwortlich für kulturpolitisches Handeln ist immer noch die Kulturpolitik – weshalb von ihr jetzt auch zu fordern ist, dass sie öffentlich zum Modell insgesamt, den jüngsten Veränderungen und ihren erwarteten Effekten Stellung nimmt. Anmerkungen (1) Siehe http://www.joenoname.com/neumann-s.php und http://www.fokus.or.at/?id=10 (2) So der Spieltheoretiker Manfred Holler bei der FOKUS-Veranstaltung zu diesem Thema. online seit 25.03.2008 11:19:04 (Printausgabe 40) autorIn und feedback : Monika Mokre Links zum Artikel:
|
|
Milli, Mikro, Nano Koryphäe, das Medium für feministische Naturwissenschaft und Technik, beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe mit Nanotechnologie. MALMOE hat bei Gabriele Mraz, einer der Gestalterinnen dieses Schwerpunktes, nachgefragt. [03.09.2007,PK] Verzögerte Vorratsdaten [17.07.2007,(cp)] Geburtstagsfeier für eine Liste Zwischen Cyber und Quote [10.07.2007,Valie Djordjevic] die vorigen 3 Einträge ... die nächsten 3 Einträge ... |
||||
![]() |