![]() |
| |
|
|
||||||
| |
||||||||
|
Big Brother Awards, where art thou? Unter dem Motto „ Land der Spanner“ wurden die 8. Österreichischen Big Brother Awards verliehen. Die österreichischen Big Brother Awards sind prominent. Die Preisverleihung wurde in fast allen großen Tageszeitungen jenseits von Presse und Krone gefeatured, sogar dem Format war sie in der Rubrik „Telekom & Multimedia“ das Event der Woche. Das ist gut, denn 2006 war für DatenschützerInnen kein gutes Jahr. Schon im Jänner bekam die unzureichend regulierte Videoüberwachung durch Private Vorschub durch die Aufklärung des Saliera Raubs. Später brachte der „Kampf gegen den Terrorismus“ auf beiden Seiten des Atlantiks umfassend mediatisierte Datenakkumulations-Skandale. In den USA wurde die Weitergabe von Telefonverbindungsdaten durch 4 der 5 größten Telekommunikationsunternehmen bekannt und in Europa schlug die Weitergabe von Finanztransaktionsdaten durch SWIFT Wellen. Günther Gall von der Raiffeisen Zentralbank und seit 2001 SWIFT-Aufsichtsratsmitglied wurde mit 2 Preisen dafür auch zum Sieger des Tages bei den Big Brother Awards (BBAs). Die Jury honorierte das jahrelange Decken der illegalen Datenweitergabe mit dem Preis in der Kategorie Business & Finanzen, das Publikum bescherte ihm die zweite Auszeichnung und 5 Tage zuvor ging bereits der deutsche BBA an SWIFT. Die Konsequenzen aus beiden Skandalen ware n bisher allerdings erstaunlich gering, denn das Spiel der Regierungen mit der Angst, Sicherheit nur unter Aufgabe von BürgerInnen-Rechten gewährleisten zu können, geht anscheinend auf. Die Neuorientierung der BBAs, die Arthur Einöder [FM4] mit dem Abschied aus dem Flex im letzten Jahr eingeleitet sieht, macht so gesehen Sinn. Sie „suchen den Kontakt zu einem neuen Publikum. […] Innerhalb der freiheitsliebenden Community, sei es nun die Linux-Usergroup X oder die Menschenrechts-NGO Y, sind die Probleme mit Privacy im Zeitalter digitaler Technologien ohnehin bekannt. Der nächste Schritt muss nun lauten, ein breiteres Publikum zu sensibilisieren. Und das ist 2006 dank LaudatorInnen wie den angesehenen PolitikjournalistInnen Anneliese Rohrer und Charles E. Ritterband grandios gelungen.“ Was natürlich zwei Fragen aufdrängt: gibt es diese sensibilisierte Community? Und ist der Kontakt zu neuem Publikum gelungen? Die große mediale Resonanz stand ja bereits am Anfang des Artikels, wie aber haben die LeserInnen reagiert? In meinem Umfeld orte ich ein gewisses Achselzucken – „Das haben die auch schon gemacht, Scheiße“ – was vielleicht angesichts all der auch in MALMOE auf dieser Seite gebrachten Angriffe auf informationelle Selbstbestimmung nachvollziehbar ist. Unrepräsentativ? Das Heer an PosterInnen hatte auch nicht mehr zu sagen: Nachzulesen auf den Websites der ORF Futurezone [4 Posts], von FM4 [7] und Ö1 [0], dem Standard [2] und auf Heise [8]. Sitzen die Datensammler schon so tief im Fundament unserer Gesellschaf t, sind wir selbst durch Google, MySpace und YouTube einerseits, Überwachungskameras und Handy -videos andererseits bereits so sehr an totale Kontrolle herangeführt? Von der Politik wird dem Ganzen auf jeden Fall wenig bis nichts entgegengesetzt, was letztendlich auch das Problem der BBAs ist. Sie müssten jedes Monat Preise an die immer gleichen Stellen verleihen, sei es das Department of Homeland Security Übersee oder das Innenministerium hier in Wien. Bizarrer Weise wurden, wie ungenannte Quellen aus dem Umfeld der Jury verlautbarten, aus genau diesem Grund die BBAs dieses Jahr zum ersten Mal seit 16 Jahren nicht vergeben. „Hätte man wirklich die drei üblichen Preise verliehen, dann hätte George Bush den ersten Preis bekommen. Der zweite Preis wäre an George W. Bush gegangen; und Bush hätte auch den dritten Preis bekommen.“ Und das wollte dann doch keine/r in Washington, DC. online seit 27.11.2006 11:05:09 (Printausgabe 35) autorIn und feedback : [cp] Links zum Artikel:
|
|
Von PatientInnen und KonsumentInnen Google Health, Microsofts Health Vault und die „mass consumerization“ von Gesundheitsdaten. [07.08.2008,cp] Streifzug EM-Sicherheit-Nachlese [18.07.2008] Weisser Krümelkrams und die Sorge um sich Selbst Interview mit Hans-Christian Dany über „Speed – Eine Gesellschaft auf Droge“ [27.06.2008,Interview: Max Hinderer] die vorigen 3 Einträge ... die nächsten 3 Einträge ... |
||||||
![]() |