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BioYou, BioMe, Bio.k Vom ePass über die Anti-Terror-Datei zur Überwachungskamera und wieder zurück Im Dezember 2004 hat der EU-Rat beschlossen, einen neuen EU-Reisepass mit darin gespeicherten biometrischen Daten einzuführen. Vor einem Jahr hat MALMOE bereits über die eilige Einführung in Deutschland und die einhergehenden Privacy-Proteste und desaströsen Biometrie-Praxistests berichtet. Seit 16. Juni werden auch in Österreich nur mehr Reisepässe mit RFID-Chip ausgegeben. Während die Politik gerade das für den nächsten Schritt vereinbarte Hinzufügen von Fingerabdrücken regelt, planen Sicherheitsexperten und Identitätsmanager bereits zwei, drei Schritte voraus. Gerade Erstere spüren nach den in Deutschland und London vereitelten Anschlägen Rückenwind. Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble forderte erneut eine Ausweitung der polizeilichen Ermittlungsmöglichkeiten. Welche Gefahren es noch in Deutschland gebe, sei nicht bekannt, sagte der CDU-Politiker Ende August im ZDF. “Deswegen müssen wir alle Maßnahmen nun wirklich auch ergreifen.” Die geplante Anti-Terror-Datei müsse zügig eingerichtet werden. Außerdem sei ein Ausbau der Videoüberwachung nötig, die es bereits etwa auf größeren Bahnhöfen gibt. “Eine grosse Mehrheit stimmt den Kameras zu”, sagt Stefan Czerwinski vom Institut für Kriminologische Sozialforschung der Universität Hamburg. “Die Menschen machen sich relativ wenig Gedanken, um die Auswirkungen der Überwachung.” Sein Kollege Töpfer erklärt das Phänomen des schwindenden Widerstands mit der technischen Entwicklung: Fotohandys, im Internet publizierte Privatbilder und -videos haben die Hemmschwelle sinken lassen. “Bemerkenswert ist vor allem, dass sich der Diskurs in den letzten Jahren verschoben hat”, sagt Töpfer. “Bei der Einführung der Überwachungskameras war der Präventionscharakter das entscheidende Argument.” Studien hätten aber gezeigt, dass Kameras keine Präventivfunktion hätten. “Heute geht es darum, nach der Tat Aufklärungs- und Beweismaterial zu haben”, so Töpfer. “Eine Akzeptanz bei dieser reibungslosen Verschiebung wäre ohne die Terroranschläge nicht denkbar.” Das Argument „zurück zur Prävention“ führt – zumindest nach den marktschreierischen Angaben ihrer Lobbyisten beim CAST-Forum in Darmstadt – über die Biometrie, wie zum Beispiel beim Projekt 3D Face, das von der EU-Kommission mit 12 Millionen Euro gefördert wird. Unter der Konsortialführung der französischen Sagem [der weltweit führende Biometrie Anbieter] arbeiten insgesamt zwölf Unternehmen und Forschungsinstitute aus fünf europäischen Ländern an einem Upgrade der zweidimensionalen Gesichtserkennung. Ziel des Projektes ist es, die noch in den Kinderschuhen steckende dreidimensionale Biometrie so auszubauen, dass sie komplikationslos an Flughäfen zur vollautomatisierten Personenidentifikation eingesetzt werden kann. Voraussetzung für ein solches System wäre die Aufrüstung der heuer eingeführten ePässe, sodass deren RFID-Chips in Zukunft auch 3D Gesichtsdaten enthielten. In einem System ähnlich heutiger Vereinzelungsschleusen, könnten diese Daten dann kontaktlos ausgelesen und maschinell mit Kamerabildern abgeglichen werden. Ebenfalls zu Gast beim Cast-Forum und sichtlich inspiriert, bot Björn Brecht von der deutschen Bundesdruckerei, die unter anderem die deutschen ePässe produziert, seine eigene Zukunftsvision an. In nur zehn Jahren sollen sowohl im staatlichen als auch im privaten Umfeld vollautomatische Systeme zum Einsatz kommen, die es erlauben, Personen eindeutig zu erkennen, ohne dass diese überhaupt noch einen Ausweis bei sich tragen. Bei der deutschen Bundesdruckerei müssen also schon konkrete Pläne in der Schublade liegen, die den Aufbau von nationalen und internationalen Datenbanken mit biometrischen BürgerInnen-Informationen massiv forcieren – denn wie sollte eine Maschine sonst einen Menschen im 1:n-Abgleich identifizieren, wenn nicht über zentral gespeicherte Referenzdaten? Heute vermag die Dreistigkeit eines solchen Vorschlages vielleicht noch den einen oder die andere zum Schmunzeln bringen. Weder der Gesichtsscan, noch die Rechenleistung für einen derartigen Datenabgleich in Echtzeit sind in naher Zukunft vorstellbar. Das eigentliche Problem liegt jedoch in der Unverfrorenheit, mit der die Idee einer zentralen Biometriedatenbank ins Spiel gebracht wird. „Wir sollten ohne Scheuklappen darüber nachdenken, wo uns die moderne Technik helfen kann“, sagt Clemens Binninger, Sicherheitsexperte der CDU. Warum sollte man nicht die 300 so genannten islamistischen Top-Gefährder, die der Verfassungsschutz in seiner ‚Mudschahedin’- Datei führt, biometrisch registrieren, fragt der ehemalige Polizist. Ein paar unauffällige Kameras, die in Fußgängerzonen oder Bahnhöfen sämtliche Passantengesichter mit einer biometrischen Verbrecherdatenbank abgleichen – fertig wäre der ‚al- Qaida-Detektor’. „Nehmen Sie zum Beispiel die Anschläge auf die Züge in Madrid. Vielleicht hätte man die verhindern können“, sagt Binninger, „hätte man gemerkt, dass diese Täter sich häufig an Bahnhöfen herumtrieben.“ Mit solchen Argumenten wird Politik gemacht. 3D Face CAST-Forum IKS Weitere Quellen: Div. Telepolis und c’t News online seit 06.10.2006 13:28:30 (Printausgabe 34) autorIn und feedback : [cp] |
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Die Chancen der Unmöglichkeit Pädagogik - (wie) kann das gehen? [25.11.2008,Karin Schneider und Sabine Sölkner] Bis auf’s Leiberl… American Apparel will mit seiner Baumwoll-Mode ‚fair’ und ‚sexy’ sein. Doch es reicht ein Telefonat mit einem Clean-Clothes-Aktivisten um zu wissen: diese Worte sind vor allem Accessoires. [14.10.2008,Interview: kal] Vermessene Leidenschaft Sex ist Kopfsache, sagt die Hirnforschung, und meint damit körperlich determiniert. Ein Gespräch mit einer feministischen Biologin zu einer schwedischen Studie, die Titelseiten stürmt. [21.08.2008,Interview: Katharina Ludwig ] die nächsten 3 Einträge ... |
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