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Boom der PiratInnenparteien Politisierung der FilesharerInnen PiratInnenparteien schießen momentan wie Schwammerl aus dem Boden. Am 1. Jänner 2006 wurde in Schweden die erste Piratenpartei (Piratpartiet) gegründet. Wenig später folgten auch in den USA und Frankreich Parteigründungen der Piraten und nun auch in Österreich. Hier erhebt allerdings auch die KPÖ seit geraumer Zeit den Anspruch, in diesem Sinne eine “PiratInnenpartei” zu sein. Woher dieses plötzliche Interesse an den “illegalen” Download-AktivistInnen? Die schwedische Piratpartiet rechnet, dass es etwa 1 Million FilesharerInnen in Schweden (9 Millionen EinwohnerInnen) gibt. Besonderen Zuspruch erhält die Partei durch die Turbulenzen rund um den bei FilesharerInnen beliebten schwedischen BitTorrent-Tracker thepiratybay.org. Die schwedischen PiratInnen geht es dabei aber um mehr, als um eine Interessensvertretung der, durch die Musikindustrie bedrohten, FilesharerInnen. Die schwedischen PiratInnen fordern die völlige Abschaffung des Patentsystems und eine radikale Reform des Urheberrechts. Die österreichischen FreibeuterInnen sind dabei deutlich handzahmer. Hier wird nur eine relativ harmlose Reform des Patentsystems angestrebt. Anstatt einer Politisierung der FilesharerInnen will man hier also eher eine Interessensvertretung. PiratInnen mit einem antikapitalistischen Anspruch setzen dagegen mehr auf die grundsätzliche Systemkritik, die sich an Hand der Widersprüche der Gesetzgebung im Bereich so genannter “geistiger Eigentumsrechte” aufzeigen lässt. An der Absurdität etwa, dass Wissen und Information, die praktisch ohne extra Kosten heute allen Menschen zur Verfügung stehen könnten, durch Gesetze künstlich rar gemacht werden um sie im Kapitalismus als Ware handeln zu können. Oder wie Eben Moglen, Professor für Recht und Geschichte an der Columbia University und ehrenamtlicher Anwalt der Free Software Foundation, es ausdrückt: “Society confronts the simple fact that when everyone can possess every intellectual work of beauty and utility--reaping all the human value of every increase of knowledge--at the same cost that any one person can possess them, it is no longer moral to exclude. If Rome possessed the power to feed everyone amply at no greater cost than that of Caesar’s own table, the people would sweep Caesar violently away if anyone were left to starve. But the bourgeois system of ownership demands that knowledge and culture be rationed by the ability to pay.” Ich bin jedenfalls optimistisch, dass auch die österreichischen PiratInnen sich noch politisieren und ausgehend von den Widersprüchen im Bereich von Copyright und Patenten auch auf die grundlegenden Widersprüche des kapitalistischen Systems stoßen werden. online seit 29.09.2006 13:52:30 (Printausgabe 34) autorIn und feedback : Franz Schäfer Links zum Artikel:
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Die Chancen der Unmöglichkeit Pädagogik - (wie) kann das gehen? [25.11.2008,Karin Schneider und Sabine Sölkner] Bis auf’s Leiberl… American Apparel will mit seiner Baumwoll-Mode ‚fair’ und ‚sexy’ sein. Doch es reicht ein Telefonat mit einem Clean-Clothes-Aktivisten um zu wissen: diese Worte sind vor allem Accessoires. [14.10.2008,Interview: kal] Vermessene Leidenschaft Sex ist Kopfsache, sagt die Hirnforschung, und meint damit körperlich determiniert. Ein Gespräch mit einer feministischen Biologin zu einer schwedischen Studie, die Titelseiten stürmt. [21.08.2008,Interview: Katharina Ludwig ] die nächsten 3 Einträge ... |
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