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Was wurde eigentlich aus...? Ein Update zu MALMOE-Themen in früheren Ausgaben. Folge 14: Museumsquartier Das irre am Wiener Museumsquartier ist (vgl. unsere Beschäftigung mit dem quartier21 in MALMOE #7), dass es fertigbringt, was andere innerstädtische Kulturareale längst aufgegeben haben: sich als öffentlicher Raum zu verkaufen. Scheinbar wird das MQ tatsächlich als „öffentlicher Raum“ wahrgenommen bzw. schafft es, sich als solcher zu inszenieren. Die Frage, ob nun der Raum im MQ öffentlich, halböffentlich oder privat ist, ist tatsächlich gar nicht leicht zu beantworten, da dies nie lediglich eine Frage von Eigentumsverhältnissen ist, sondern auch mit der Art und Weise der Nutzung zusammenhängt. Seit seiner Eröffnung 2001 wird jedenfalls die Zusammensetzung dieses Raumes, obwohl es nicht so aussieht, genauestens kontrolliert. So ist etwa die Abwesenheit von SkaterInnen kein Zufall. Es entsteht der Eindruck, diese blieben von selbst dem Ort fern – beim genaueren und vor allem längeren Beobachten wird aber klar, dass es sich hier nicht um quasi-natürliche Selektion handeln kann. Nicht nur beschäftigt das MQ eine Sicherheitsabteilung, die bei Bedarf „GästInnen“ hinauskomplimentiert, auch gibt es andere, subtilere Mechanismen, die dafür sorgen, dass das blitzsaubere Bild ungetrübt bleibt und das erwünschte Klientel unter sich. Diese unsichtbaren Mechanismen lassen sich gut an den Strategien zur Durchsetzung des Skateverbots veranschaulichen. Skatende Menschen wurden zunächst vom Innenhof – wo Geräusche und Platzanspruch den anderen Anwesenden nicht zumutbar erscheinen – vor den Haupteingang hinausgedrängt. Danach wurden kleinere Metallknöpfe an den diversen als Obstacles benutzten vorhandenen baulichen Objekten (wie Abluftschächten und Handläufen) montiert – eine oft benutzte Form der „urban warfare“. Wenn die Skateboards über die derart genoppte Kante sliden, zerstören sie sich selbst. Durch die Innenstadtnähe des MQ sind die NutzerInnen zudem sozial vorselektiert: durchwegs mehrheitsösterreichische Mittelschicht, bürgerlich und kunst-affin. Wie aber benutzt diese handselektierte Crowd den Raum? Wäre es im MQ gar möglich, den Raum einfach selbstbestimmt zu nutzen, auch ohne Erlaubnis? Als sich beispielsweise die durch das letzten Sommer angeordnete MQ-Selbstversorgungsverbot aufgebrachte Jung-Bobo-Meute mit Bierdosenflashmobs im Museumsquartier versammelte, war das immerhin eine Demonstration gegen den allgegenwärtigen Konsumzwang. Gut versorgte KonsumentInnen wissen ja wohl noch, wie viel (Selbst-)Kontrolle sie vertragen. Aber ist das schon Selbstbestimmung, wenn das MQ ja gerade dazu auffordert, den Raum mitzugestalten, und zwar in der unpackbar entscheidenden Frage, ob die Sitzmöbel dieses Jahr froschgrün, cafelattebraun oder zitroneneisgelb sein werden? Der MQ-Hof war von Anfang an als Leinwand für den hübschen Selbstentwurf in der kapitalistisch strukturierten Freizeit gedacht. Diese dem Raum zugrundeliegende Grammatik schreibt die Handlungen und deren Erzählungen, die in diesem Raum stattfinden können, weitgehend vor. Aber es gibt immer einen Rest an Spielraum für Überraschungen. Die vergangenen Juli im MQ-Hof stattfindende Aktion „permanent breakfast“ (die seit Jahren im öffentlichen Raum frühstücken, ohne jemals in behördliche Schwierigkeiten gekommen zu sein) wurde binnen drei Minuten von Sicherheitsbeamten des MQ aufgesucht, welche eine Besitzstörungsklage der MQ-Verwaltung ankündigten. An diesem Punkt erweist sich der Anspruch, den das MQ in seinen Erfolgsbroschüren zelebriert, als verwirklicht – die sozialen Ausschlussmechanismen „zukunftsweisender, innerstädtischer Kulturviertel“ werden sich weiterhin verschärfen. online seit 19.08.2010 22:46:29 (Printausgabe 50) autorIn und feedback : Katharina Morawek Links zum Artikel:
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Ganz ohne Retter dann doch nicht? Zu den Begleiterscheinungen weiblicher Sitcom-Stars [16.04.2012,Sarah Binder] Serien sehen Wieso sollen in einer schlechten Welt ausgerechnet TV-Serien gut sein? [16.04.2012,Redaktion] WORKING ON WONDERLAND Review von „Bitches, Butches, Dykes & Divas“, dem neuen Album von Sookee [14.03.2012,Rosina Brunner] die vorigen 3 Einträge ... die nächsten 3 Einträge ... |
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