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Kino umsonst, aber bitte mit Popcorn VOLXkino und Pirateriekino verschönern die Sommernacht Es erscheint erstmal zynisch, dafür zu werben, dass es in diesem Sommer zwei Open-Air-Wanderkinos gibt, die keinen Eintritt verlangen – insbesondere in Anbetracht der schlechten Arbeitsbedingungen in der Filmbranche (vgl. MALMOE #46, S. 31). Dieses Problem wird auch nicht so schnell aufzuheben zu sein. Auf der einen Seite gibt ein berechtigtes Verlangen nach Kulturgütern, die für alle zugänglich sein sollen und deshalb am besten nix kosten dürfen. Auf der anderen Seite einen Berufszweig mit einem unglaublich hohen Maß an prekär Beschäftigten. Natürlich ist es nicht ganz verkehrt, in solchen Situationen nach dem Staat zu rufen (Keynes würde sich freuen, vgl. MALMOE #46, S.10) und/oder eine gerechtere Umverteilung einzufordern. Da dies bekanntermaßen immer erst im nächsten Sommer umgesetzt wird, scheint Eigeninitiative gefragt zu sein. Neue (Bild -)Räume Das hervorragend kuratierte Praterkino wird dieses Jahr übrigens leider nicht zu sehen sein. Bemängelt wurde hierbei die fehlende finanzielle Unterstützung von Seiten der Stadt. Trotzdem wird es auch in diesem Sommer in Wien wieder zahlreiche Angebote geben, Filme unter freiem Himmel sehen zu können – darunter jedoch nur zwei, die keinen Eintritt verlangen: Einerseits das nun schon seinen zwanzigsten Geburtstag feiernde VOLXkino (herzlichen Glückwunsch!). Neben der guten Mischung aus alten und neuen Programmkinofilmen besticht es durch seine Form als Wanderkino. Dadurch wird es möglich, viele untypische Orte wie Parkanlagen, Gemeindebauten, öffentliche Plätze, Märkte, den Gürtel sowie den Stadtrand (neu) kennen zu lernen. Andererseits das Pirateriekino, dessen MacherInnen es ebenfalls um die temporäre Aneignung des öffentlichen Raumes geht. In einem Gespräch mit einigen VertreterInnen des aus „verschiedenen autonomen Gruppen“ zusammengesetzten Kinokollektivs wird mir unterbreitet, dass sie sich nicht in Konkurrenz zum VOLXkino sehen. Deren Arbeit wird auch geschätzt, ihnen selbst geht es vielmehr um andere Inhalte und die Möglichkeit, einen Rahmen zu schaffen, in dem mehr „Spontaneität“ und Interaktion möglich ist. Hier werden – dies ist auch den unterschiedlichen Gruppen geschuldet – diverse Formen des Openairkinos erprobt: Die Spannbreite reicht vom improvisierten „Autokino“ bis zum mitzubringenden Radio, über das der Filmton zu hören ist. Und es scheint noch viel Raum für kreative Ideen und weitere Überraschungen zu geben. Dies spiegelt sich auch in der Filmauswahl wieder. Bisher waren neben sogenanntem Trash auch Filme, die einen queeren Ansatz verfolgen, zu sehen. DIY-Kino Die Idee Pirateriekino zu machen, stammt aus einer „F13 Aktion“ und soll jetzt den ganzen Sommer im 14-tägigem Rhythmus angeboten werden. Die Termine und der Ort, die anfänglich nur über SMS und Flyer bekannt gemacht wurden, werden neuerdings auch auf einem Internetblog zu lesen sein. Ein Pirateriekino hat, wie der Name schon vermuten lässt, natürlich auch eine ablehnende Haltung zum Thema Copyright. Das Prinzip, nicht zahlen zu wollen, ist ein wesentliches politisches Anliegen und soll mit solchen Aktionen auch beworben werden. Die Idee des Do-it-yourself soll viele animieren, ebenfalls nicht-kommerzielle Projekte ins Leben zu rufen. Durch meine Nachfrage, warum sie sich überhaupt für das Medium Kino entschieden haben, wurde aber auch klar, dass diese Form einfach auch nur Spaß macht: „Weil es romantisch ist, so mit Popcorn.“ online seit 17.06.2009 20:17:51 (Printausgabe 46) autorIn und feedback : es Links zum Artikel:
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Autonomie der Kunst ist Betrug Landespolitik überstimmt Fachjury im Zuge des TKI open 12 [10.03.2012,Monika Mokre] Das Fremde im Zentrum des Pop Ein Gespräch mit dem Kulturwissenschaftler Jochen Bonz über Stimmverzerrung mit Autotune und was man darin hören kann [27.02.2012,Interview: Holger van Dordrecht und Beat Weber] Die Krise des Buchs ist ein Mythos Interview mit Paula Bolyos und Jenny Unger zur feministischen Buchhandlung „ChickLit“, die Anfang 2012 im ersten Gemeindebezirk eröffnen wird. [31.01.2012, Interview: Gudrun Rath und Markus Griesser] die vorigen 3 Einträge ... die nächsten 3 Einträge ... |
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