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Meditate on the weight of bass Wenn 2006 das Jahr war, in dem Dubstep erstmals breiter wahrgenommen wurde, brachte 2007 den endgültigen Durchbruch und so nebenher gleich die Sinnkrise. Caspa war Ende Jänner in der Fluc Wanne – nicht einmal ein Jahr nach der ersten ausschließlich dem Sound gewidmeten Party, ebenfalls im Fluc. Es war wie zu erwarten Halftime- Gerocke, salopp gesprochen langsamerer Drum’n’Bass. Mittlerweile gibt es drei Veranstalter, die Dubstep Acts buchen (neben dem Fluc noch im Flex und im Zoo). Bei den Festwochen gab es ebenfalls ein moderat erfolgreiches Dubstep- Wochenende und mit Skream hatte einer der Stars der Szene („Midnight Request Line“) einen Gastauftritt bei der selbst Sinn-suchenden Technoinstitution Icke Micke. Im Kleinen steckt das den Stand eines Genres ab, das auseinander bricht, bevor es sich im Alternative Mainstream als solches etablieren konnte. Was schon etwas irre ist angesichts einer vielschichtigen Geschichte, die bis zum Ende von 2-Step Anfang der 2000er zurück reicht. Das hat viel damit zu tun, dass Dubstep Aufmerksamkeit nicht durch seine 12“es oder Clubs (Londons FWD>> und DMZ) erfuhr, sondern durch Burials selbstbetiteltes Debütalbum. Was zugegebenermaßen großartig war, aber (zumindest zuhause gehört) mehr wie ein Triphop Update für die Naughties klingt. Zum Release-Zeitpunkt war FWD>> nämlich vom Genre-übergreifenden Club sämtlicher Post- 2-Step Experimente zum Dubstep Club schlechthin mutiert. Es kamen zwar immer mehr Leute, nur häuften sich auch uniforme Halftime-Tracks. „Das funktioniert was die Tanzfläche angeht, denn der Bass hat die Leere der Rhythmen kompensiert. Aber Dubstep muss auf die Gefahr der Bass-Monotonie achten“ sprach Kode9 2006. Was folgte, waren mehr Wobble-Baselines und noch mehr Breakdowns. Die in den Internetforen der Welt umstrittene Hardcore-Continuum-These über die Entwicklung britisch-urbaner Musik bestätigt sich zumindest an den HörerInnen und vor allem Clubgängern: das Pendel schwang zu den weißen, zornigen Jungs. FWD>> selbst versucht das zu konterkarieren, indem auf die ganze Breite von Dubstep gepocht wird. Nicht nur dass wöchentlich zwei, drei Protagonisten der Szene auflegen. Es werden auch jene Innovatoren gebucht, die vor allem in den letzten De:Bug Nummern 2007 zu Wort kamen: natürlich Pinch („Qawwali“) und Shackleton (dessen „Blood on my Hands“ von Ricardo Villalobos geremixt wurde und damit die Faszination der Minimaltechno Szene für Dubstep massiv steigerte), aber auch die tatsächlich zu Techno crossovernden Newcomer wie 2562, Martyn oder Perevelist. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass sich zu den testosteron-schwangeren Ex-Drum’n’Bass Kinnbärten die Platten-sammelnden Techno- Hornbrillen gesellen, zwei männliche Archetypen der Clubkultur. Und auch wenn es in der Szene immer wieder bestritten wird, Dubstep ist – egal ob in London oder in Wien – eine äußerst männliche Party. Die poppigeren Entwürfe auf Burials zweitem Album („Untrue“) oder Pinchs Debut („Underwater Dancehall“), die Vocals in den Vordergrund rücken und auf alle Fälle auch zum zu Hause hören taugen, sind in dem Kontext durchaus eine Antwort auf die Wobble vs. Techno Dichotomie. Dazu gesellen sich in letzter Zeit vermehrt die Wünsche, das 2-Step Erbe wieder stärker aufzugreifen. Ob das Dubstep als eine Szene rettet, sei dahin gestellt, aber wen kümmert das schon, wenn am Weg so viel großartige Musik abfällt. Burial: „Untrue“, Hyperdub 2007 Pinch: „Underwater Dancehall“, Tectonic 2007 Skream: „Skreamizm Vol. 4“, Tempa 2008 online seit 21.04.2008 11:59:08 (Printausgabe 40) autorIn und feedback : (cp) |
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