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Schau und Wert Die Jahresaustellung des Salzburger Kunstvereins thematisiert auf kluge Weise zeitgenössische Arbeits- und Ausstellungsverhältnisse Jahresausstellungen von Kunstvereinen sind ein Problem, beziehungsweise eine Herausforderung. Zum einen dienen sie den Mitgliedern als öffentliches Schaufenster und Verkaufsfläche ihrer Arbeit, zum anderen geraten sie, gerade in einer von Wettbewerbsdenken und Distinktionszwängen geprägten Ausstellungslandschaft unter den Druck, Zeitgenössisches und Diskurstaugliches zu bieten. Zwei widersprüchliche Ansprüche, die in “Zwischendurch: Diverse Tätigkeiten” im Salzburger Kunstverein als Fakt zur Kenntnis genommen, und zugleich elegant ausgehebelt werden. An Stelle eines dominanten Themas, beziehungsweise inhaltlicher oder ästhetischer Vorgaben haben die beiden Gastkuratorinnen Gabu Heindl (Architektin) und Claudia Slanar (Kunstvermittlerin) die Mitglieder aufgefordert, je ein Werk aus ihrer Jahresproduktion sowie zusätzlich ein Artefakt aus der individuellen Berufspraxis der KünstlerInnen einzureichen. Der Gedanke dahinter, der sich bei einem Rundgang durch den Ausstellungsraum erschließt, ist denkbar simpel und gerade deshalb schlagend – auszustellen was es für eine bestimmte (wiewohl heterogene) soziale Gruppe ökonomisch und ideell bedeutet, “Künstler” zu sein, heißt hier, an der Trennlinie zwischen Erwerbsleben und künstlerischer Tätigkeit zu arbeiten. Das Spannende, ja Zeitgenössische dieser Ausstellung sind dabei die Unschärfen zwischen den beiden Bereichen, die in den einzelnen Beiträgen sichtbar werden: Sie verweisen auf den Umstand, dass das gegenwärtige Wirtschaftsmodell den/die KünstlerIn längst als “role model” der affektiven, flexibilisierten Arbeit adaptiert hat, und der symbolische Wert eines Werks (wie in Kunst-Werk oder Werk- Vertrag) nur selten in Relation zu seinem materiellem Wert oder der geleisteten Arbeit (als Verhältnis von Kraft und Weg) zu begreifen ist. So bildet in der Raummitte ein elektronisches “mapping” eine symbolische Landkarte von Produktionsstätten und -zusammenhängen ab, in dem das Heimatelier und der Abschreibposten Arbeitszimmer des/der Teleworkerin (der/die gleichzeitig öfters auch Kindesvater/- mutter sein kann) ununterscheidbar werden; die Kunstwerke und Artefakte folgen in der Logik ihrer Hängung eher der klassifizierenden Reihung einer Studiensammlung denn dem auratisierenden Prinzip des “White Cube”. Beide Artefakte – das der Kunst-, das der Erwerbstätigkeit – verdeutlichen ein Prinzip moderner Museumsarbeit: nicht zu überwältigen oder ästhetisch zu faszinieren, sondern den Doppelcharakter des Objekts (seinen Entstehungskontext sowie seinen ästhetischen wie kulturellen Überschuss) produktiv werden zu lassen, Raum für Reflexion und mögliche Narrative zu schaffen. Dazu tragen selbst die “Preisschilder” der Arbeiten, sonst oft ein notwendiges Übel, bei. Ihnen ist jeweils der Warenwert des Artefakts (ein Kugelschreiber, ein CD-Rohling, Babyaccessoires, ein Dienstausweis) beigestellt. Verwirrungen sind hier gewollt und Teil des Konzepts – so hielt am Eröffnungsabend mehr als ein /e BesucherIn das Artefakt des Förderpreisträgers, des Fotografen und Flughafenmitarbeiters Emilio Ganot, für das Kunstwerk: Gürtelschlaufen, die Passagiere des Airport Salzburg im Zuge der neuen Sicherheitsbestimmungen bei den Kontrollen verloren hatten. Die Ausstellung “Zwischendurch: Diverse Tätigkeiten” ist noch bis zum 4. Februar 2007 im Salzburger Kunstverein zu sehen online seit 02.02.2007 15:10:03 (Printausgabe 36) autorIn und feedback : Michael Loebenstein Links zum Artikel:
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Kaffeehausliteratur Das erste internationale Biberbaumagazin [27.11.2009,SylK] Nerdism against Fascism Georg Seeßlen analysiert in seinem neusten Buch Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ [23.11.2009,Erk Schilder] Fly me to the moon ! 40 Jahre Mondlandung?!? Nicht wirklich… [19.11.2009,Sylvia Köchl] die vorigen 3 Einträge ... die nächsten 3 Einträge ... |
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