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  Durch die Quartiere des Elends und Verbrechens

Sozialer Wohnungsbau in Wien

Als im März 1998 ein zehnjähriges Mädchen aus der Kagraner Rennbahnwegsiedlung spurlos verschwand, reagierte die Wiener Polizei mit der aufwändigsten Personenfahndung in der Geschichte der Zweiten Republik. Hundertfünfzig PolizistInnen durchsuchten vier Tage und vier Nächte lang den größten Gemeindebau Wiens nach Anhaltspunkten auf den Verbleib der Vermissten. Die MitarbeiterInnen der Wiener Stadterneuerungs- und Eigentumswohnungsges.m.b.H. (SEG) verfolgten die ausufernde mediale Berichterstattung über den "Fall" mit großer Besorgnis. Denn während täglich neue JournalistInnen die Innenhöfe der Siedlung auf der Suche nach Interviews durchstreiften, in den Beisln der Umgebung Wörter wie "Ghetto" und "Monsterbau" notierten und auf den Dächern Fotos von suchenden PolizeibeamtInnen schossen, waren Dutzende AnstreicherInnen im Auftrag der SEG schon seit Wochen damit beschäftigt, die Fassaden der zehn Wohnblöcke bunt zu gestalten und damit die aufwändigste Siedlungserneurungsaktion der Zweiten Republik zu ihrem Abschluss zu bringen. Im Wettstreit der öffentlichen Bilder, die in diesen Tagen auf zweierlei Art dem Rennbahnweg angemessen wurden, drohten die Verschönerungsversuche der Stadt Wien angesichts der erneuten Stigmatisierung der Siedlung in den Medien genauso wirkungs- und ergebnislos zu bleiben wie die Fahndung der Polizei. Dass ab den 1980er Jahren die Wiener Gemeindebauten in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend als Orte der Verwahrlosung, der Kriminalität und der Vereinsamung identifiziert wurden, basierte weniger auf statistischen Fakten als auf einem längerfristigen gesellschaftlichen wie stadtpolitischen Paradigmenwechsel. Das Idealbild, das man sich Ende des 20. Jahrhunderts von einer glücklichen Wohnsituation machte, spießte sich besonders am Nachkriegs-Gemeindebau, dessen stereotype Bauweise bis in die 1970er Jahre fortgetragen worden war. Die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg fast ausschließlich am Stadtrand – "im Grünen", wie es damals hieß – angelegten Großgemeindebauten wie der Rennbahnweg im Norden oder die Siedlung Am Schöpfwerk im Süden standen zwar fest in der sozialdemokratischen Bautradition des "Roten Wien". Deren damaliges öffentliches Image aber besaßen sie von Anfang an nicht.

Das sozialreformerische Modellprogramm der Gemeinde Wien in der Zwischenkriegszeit, das neben grundlegenden gesundheits- und bildungspolitischen Neuerungen im Bau von 65.000 Gemeindewohnungen seinen augenfälligsten Ausdruck fand, entfaltete sich unter dem aufmerksamen und wohlwollenden Blick einer gerade im Entstehen befindlichen republikanischen und metropolitanen Öffentlichkeit. Nicht nur, dass diese neue Wiener Öffentlichkeit von auflagenstarken linksliberalen und sozialdemokratischen Zeitungen mitgeformt wurde – die Eroberung des öffentlichen Raums als Bühne des Politischen war selbst Teil des Regierungsprojektes, war selbst ein wesentlicher Ermächtigungsakt der ArbeiterInnenbewegung nach dem Sturz der Monarchie. Und die Wiener SozialdemokratInnen beherrschten den Umgang mit der Bühnentechnik.

Mit der Errichtung von "Wohnpalästen für das arbeitende Volk" an zum Teil prominenten innerstädtischen Orten betrieb man nicht nur eine in Europa einzigartige Sozialpolitik, sondern auch eine – mit der Rhetorik des zukunftsoptimistischen Boulevards konversierende – moderne Imagepolitik. Wenn der größte aller Gemeindebauten ausgerechnet auf eine freie Wiese im Nobelbezirk Döbling gesetzt oder die eleganteste aller Badeanstalten mitten im Arbeiterbezirk Favoriten errichtet wurde, so handelte es sich immer um die Erzeugung öffentlicher, sprechender Bilder.

Gegen-Bilder vielmehr: Der Gemeindebau - sauber, luftig, gesund - mit seiner modernen Infrastruktur war vor allem angelegt als das Gegenbild zum Zinshaus der Gründerzeit - eng, dreckig und voll von Krankheiten. Eine Vielzahl von Sozialreportagen hatte in den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts das Leben in den Elendsquartieren der europäischen Metropolen als erbärmliches, ausgestoßenes Dasein dokumentiert. In den meisten dieser exotistischen Reportagen aus "unbekannten" Stadtteilen Londons, Berlins oder Wiens – die sich einer ähnlichen Erzähltechnik bedienten wie Reiseberichte aus Überseekolonien – wurden physischer Schmutz, ökonomische Armut, moralischer Verfall und politische Unruhe zu einem monströsen Ursachenzusammenhang verschränkt. In der industriellen Großstadt fokussierte sich der Blick auf das Elend der Anderen als konstituierendes Moment modernen städtischen Denkens. Die damit erreichte kartographische Lokalisierbarkeit sozialer Probleme (oder menschlicher Laster an sich) rief politische Initiative, ob kontrollstaatlich oder sozialreformerisch, auf den Plan.

In Wien war es etwa die starke Bildsprache des Arbeiter-Zeitung-Reporters Max Winter und des bürgerlichen Feuilletonisten Emil Kläger gewesen, die um die Jahrhundertwende den Blick auf den Skandal des städtischen Armutsalltags lenkte und so die Orte zukünftiger sozialpolitischer Eingriffe lokalisieren half. (Winter wurde nach 1918 Stadtrat für Wohlfahrtswesen.) Nach dem Ersten Weltkrieg, der zigtausende Flüchtlinge aus dem Osten des Habsburgerreiches in die Stadt getrieben hatte, machten Zeitungsreportagen wie auch kleine Bücher die Wohnungsnot in Wien erneut zum Thema. Fotografien von fensterlosen Einzimmerwohnungen, in die sich (sub-)proletarische Familien pferchen mussten, von dunklen Hinterhöfen, in deren Rinnsalen Kinder in Lumpen spielten, trugen ein nachhaltiges Bild akuten urbanen Elends in die von der Pressezensur befreite Öffentlichkeit. 1920 kam ein von Emil Kläger konzipierter Dokumentarfilm in die Wiener Kinos mit dem Titel "Durch die Quartiere des Elends und Verbrechens".

In den fünfzehn Jahren des Roten Wien wurde das Wohnelend tatsächlich weitgehend beseitigt, finanziert durch ein massiv zu Lasten der wohlhabenden WienerInnen gestaffeltes kommunales Steuersystem. Die entscheidende politische Leistung der Wiener Sozialdemokratie war dabei aber, dass sie der im Gemeindebau wohnenden ArbeiterInnenschaft öffentlichen Raum im wirklichen Sinn anvertraute und damit deren Selbstverständnis als in dieser Öffentlichkeit politisch handelnde Gemeinschaft mitprägte. Die vormals Elenden, die Anderen im Blick des Bürgertums, waren nun in eine – zumindest gleichberechtigte – Subjektposition gerückt und als solche TeilhaberInnen am Leben der Gemeinde. Mehr noch, ihr Leben selbst, ihr Glück war zum Primat der Politik geworden.

Nachdem der austrofaschistische Ständestaat die Ära des Roten Wien abgebrochen hatte und die Gemeindebauten nach dem Zweiten Weltkrieg nichts mehr als kostengünstige Zwecktürme gewesen waren, sollte es noch bis Mitte der 1970er Jahre dauern, ehe man sich im Wiener Rathaus wieder über den öffentlichen Wohnbau als stadtplanerisches Steuerungsinstrument und gesellschaftspolitisches Anliegen Gedanken machte. Zum Auslöser dieses Umdenkprozesses wurden die gerade im Bau stehenden Superblöcke auf den Kagraner Trabrennbahngründen. Die Stadtregierung erkannte angesichts des von ihr unter der Maxime der Kosteneinsparung als pragmatischer Kompromiss zwischen Stadt, Architekten und Bauträgern erschaffenen Monsters, dass sie sich auf einem Irrweg befand. Aber erst die Schlüsse, die die Wiener SPÖ nun daraus zog, dokumentierten den harten ideologischen Bruch mit der ursprünglichen Idee des Gemeindebaus. Suchte man nach Beweisen für die kleinbürgerliche Orientierung der österreichischen Sozialdemokratie nach 1945, so fände man sie am besten in deren Zukunftsvisionen der siebziger Jahre. Unter der Ägide des Architekten Harry Glück, der 1975 die Maßstäbe setzende Ausstellung "Alternativen im sozialen Wohnbau" im Museum des 20. Jahrhunderts konzipierte, setzte sich ein neuer Idealtypus des Gemeindebaus durch, das "gestapelte Einfamilienhaus". "Ausgangspunkt aller Überlegungen war dabei, dass die meisten Menschen, wenn sie es sich leisten könnten, am liebsten in einem Einfamilienhaus leben würden." (Arbeiter-Zeitung, 14.5.1975, S. 14). Da in der mitteleuropäischen Stadt jedoch gemeinhin kein Raum wäre für Suburb-Siedlungen US-amerikanischer Prägung, müsste man die Häuschen gezwungenermaßen übereinanderstapeln, so Glück, der in der Rennbahnwegsiedlung den "schrecklichsten Wohnbau Österreichs" (profil, Nr. 28, 13.7.1981) erkannt hatte (Harry Glück et al., Alternativen im sozialen Wohnbau. Ausstellungskatalog, Museum des 20. Jahrhunderts, Wien 1975, S. 14f). In den so entstandenen und bis weit in die achtziger Jahre prägenden Terrassensiedlungen, in denen das so wichtige "Grün" hauptsächlich in Form von Bäumchen und Sträuchern zur individualisierenden Umzäunung der Loggien eingesetzt wurde, war der entscheidende Gemeindegedanke des Roten Wien vollständig dem Traum vom Eigenheim unterworfen. Indem die Stadt ihren BewohnerInnen so die kleinbürgerliche Privatheit versprach und den Gemeindebau zur Übergangsstation erklärte für das spätere Häuschen im Grünen, ließ sie es zu, dass dessen ursprüngliches emanzipatorisches Image im Erfolgsdilemma des sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaates zerrieben wurde. Hatte die Eroberung der politischen Öffentlichkeit den ArbeiterInnen der 1920er Jahre den Ausbruch aus dem privaten Elend bedeutet, verlagerte sich die Suche nach der Glückseligkeit in der sich entwickelnden post-industriellen Gesellschaft vollständig ins politikfreie Private.

Ideen von Zusammengehörigkeit oder Gemeinschaft wurden in diesen kleinbürgerlichen Traumbildern nicht mehr in einer größeren politischen Öffentlichkeit verortet, also in der Stadt oder in einem zivilgesellschaftlichen Emanzipationsprozess, sondern in eher vorstaatlichen, quasi-dörflichen Gemeinschaftsidyllen. Im öffentlichen Wohnbau der siebziger und achtziger Jahre – mit Gärten, die auf Dächern sprießten und Autos, die unter die Erde verschwanden – erkennen wir deshalb auch eine Reaktion auf zeitgenössische "grüne" und prä-moderne Idealvorstellungen des menschlichen Zusammenlebens, deren Charakteristik im Ausspruch eines Wiener Stadtpolitikers gut zum Ausdruck kommt: Er würde "für Familien keine Häuser bauen, die größer sind als große Bäume", fasste der damalige "grüne" Wiener ÖVP-Obmann Erhard Busek – naturgemäß ein Gegner des Gemeindebaus – das bürgerliche Unbehagen angesichts von Wohnsiedlungen wie jener am Rennbahnweg zusammen.

Das ist der gesellschaftliche und stadtpolitische Paradigmenwechsel, als dessen Folge sich seit den 1980er Jahren jener halb besorgte, halb angewiderte Blick etablieren konnte, wie er in Zeitungs-, Magazin- und TV-Reportagen auf die Großgemeindebauten am Stadtrand geworfen wurde. Beschreibungen von "kalten, grauen Fassaden", von "trostlosen Kinderspielplätzen" oder auch bloß vom "Müll des letzten Winters" (Neue Kronen Zeitung, 9.3.1998, S. 10), der die Wege säume, erhielten, als repetitive Schlagworte eingesetzt, unhinterfragbare, selbstreferentielle Argumentationskraft. Berichte über Kriminalfälle in den stigmatisierten Siedlungen kamen nicht ohne Verweis auf die Wohnsituation der Opfer oder der TäterInnen aus. Die Rennbahnwegsiedlung als ein Ort "weit draußen im Nordosten Wiens" (profil, nr. 28, 13.7.1981), wo "die Messer locker sitzen" (Die Presse, 5.5.1981) und sich die Polizisten "am Abend im Wachzimmer einsperren" (Eine Bewohnerin zitiert in: Falter, Nr. 2, 18.-24.1.1991) war schon bald nach ihrer Errichtung kaum anders in der Wiener Öffentlichkeit präsent als in der unheimlichen Rolle des "Ghettos" oder Elendsviertels. Viele BewohnerInnen, die es sich leisten konnten, entledigten sich des Negativ-Images und zogen aus. Jene, die blieben, fanden sich in einem Teufelskreis der Stigmatisierung wieder, wenn sie sich beispielsweise auf Arbeitssuche befanden und alleine aufgrund ihrer Wohnadresse nicht zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wurden. So war in den 1990er Jahren eine Situation geschaffen, in der eine gemeindeeigene Großwohnsiedlung die öffentliche Position und das soziale Image seiner BewohnerInnen nicht mehr nach innen wie nach außen stärkte, wie es der Karl-Marx-Hof sechzig Jahre früher getan hatte, sondern es massiv schwächte.

Als die Gemeinde im Jahr 1992 die Initiative ergriff und die Generalsanierung der Rennbahnwegsiedlung beschloss, geschah dies nicht zuletzt aufgrund der jahrelangen skandalisierenden Berichterstattung der Medien. Es waren vor allem Berichte über akute Nässeschäden und verzogene Fenster, die die Stadt zum Eingreifen zwangen. Es blieb nicht beim Austausch der 25.000 Fenster. Die beauftragte Stadterneuerungsgesellschaft erkannte, dass es am Rennbahnweg nicht nur um die Sanierung des baulichen, sondern auch des sozialen Stigmas ging. Die von der SEG eingerichtete Mieterbetreuungsstelle, die über den Fortgang der Ausbesserungsarbeiten informieren sollte, erfüllte bald auch die Rolle eines Kommunikationszentrums, das sich allen Arten von Fragen und Beschwerden öffnete. Eine monatlich erscheinende Mieterzeitung ("Der Rennbahnweg") sollte die Identifikation mit der Lebensumgebung erhöhen und den von außen zugeschriebenen Images ein lokales Selbstbewusstsein entgegenstellen. Gleichzeitig betrieb die SEG gezielte PR-Arbeit, um die Medien mit positiven Nachrichten über die Siedlung, etwa über die Errichtung eines neuen Abenteuerspielplatzes, zu versorgen (Über die Siedlungssanierung siehe: Georg Irsa, Paul Grohmann, Birgit Nadler, Ulrike Rommer, Soziale Stadtnerneuerung am Rennbahnweg, Projektarbeit an der Technischen Universität, Institut für Stadt- und Regionalforschung, Wien 2001).

Während der Erfolg des Sanierungsprojektes am Rennbahnweg nur ein halber war, wie sich im letzten großen Medienhype vom März 1998 zeigen sollte, als auch die Imagearbeit der SEG den automatischen Ghetto-Reportagen des Boulevards nichts entgegenzusetzen hatte, war das Erkenntnispotential des gesamten Prozesses für die Gemeinde Wien wegweisend. Nicht pseudo-individualisierende Architektur, nicht großzügige Wohnungsgrundrisse, wie in den siebziger Jahren angenommen, vermeiden soziale Konflikte und Exklusionsdynamiken im öffentlichen Wohnbau. Entscheidend sei vielmehr, die Selbstwahrnehmung der BewohnerInnen als Teil einer Gemeinschaft zu fördern und dabei den imaginierten Blick von außen auf sich selbst nicht entfremdend werden zu lassen – in gewisser Weise also die Rückkehr zur Imagepolitik des Roten Wien.

Wenn ab Mitte der 1990er Jahre die Wiener StadtplanerInnen begannen, intensive Öffentlichkeitsarbeit einerseits und nach innen gerichtete Identifikationsangebote andererseits in die Konzeption neuer Wohnbauten zu integrieren, dann geschah dies aber im Gegensatz zum Roten Wien nicht mehr im Dienst einer politischen Gemeinschaftsimagination, sondern fügte sich den ökonomie- und kulturpolitischen Maximen des globalisierten Städtewettbewerbs. Der geförderte Wohnbau unserer Tage ist eng an Stadtentwicklungsstrategien gekoppelt, das Glück des Einzelnen wird dabei über den Umweg lokaler Imagepolitik sichergestellt. Agenda ist, den Menschen das Gefühl zu vermitteln, Teil eines größeren Images zu sein, dessen Pflege unmittelbar mit ihrem eigenen Wohlergehen verbunden ist. Das gilt in Wien nicht nur für die MieterInnen neuer geförderter Wohnungen etwa in der Donaucity-Skyline, sondern auch für andere wirtschaftliche Stadtentwicklungszonen, vor allem den Gürtelraum. Dabei stellt sich die politische Öffentlichkeit dem Einzelnen nur noch durch ökonomisches und "kulturelles" Engagement beeinflussbar dar. Wenn etwa der grüne Gemeinderat Christoph Chorherr in einem Falter-Kommentar (Falter, Nr. 41, 11.10.2006, S. 6) die "internationale", "urbane" Stimmung und das rege Geschäftsleben in den gürtelnahen Straßenzügen des XV. Bezirks lobt und dabei "spürt, dass hier Menschen leben, die 'hinauf' wollen", weist das darauf hin, dass städtische Haussanierungsprojekte in vormals "heruntergekommenen" Vierteln nicht ohne ein Mindestmaß an unternehmerischem Initiativgeist von seiten der Unterprivilegierten sinnvoll scheinen.

Eine letzte Parallele zum Roten Wien: Ob am Rennbahnweg oder in Fünfhaus – der Lokalisierung des städtischen Elends durch die Medien folgte eine Sanierungsoffensive der Stadt, die die Wichtigkeit von lokalen Integrationsdynamiken erkannt hat und präventive Imagepolitik betreibt. Heute aber – und hier laufen die Schienen unversöhnlich auseinander – bezieht sich die "Aufwertung" alleine auf das elende Quartier und dessen widerstandsfreie Einplanung in den Fluss einer optimierten Stadtökonomie. Wenn man auch Menschen zeichnen könnte.

Der aufsehenerregendste aller Kriminalfälle vom Rennbahnweg klärte sich indes im August 2006. Das zehnjährige Mädchen war auf dem Schulweg entführt und vom Täter jahrelang im Keller seines Hauses festgehalten worden. Das Eigenheim mit Garten und Garage ist Teil einer Häuserreihe in einem nach dem Vorbild der englischen Gartenstadtbewegung im Jahr 1900 gegründeten Vorort von Wien.


online seit 20.11.2006 14:50:48 (Printausgabe 35)
autorIn und feedback : Clemens Stachel und Julia Wieger




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