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www.theory.org.uk die Site für „media, gender and identity theory & stuff“ in Form von ganz besonderen Trading Cards! Wo sonst kostbare Motive von Sport-Heroen, schnittigen Rennautos und knallbunten Manga-Figuren das SammlerInnenherz höher schlagen lassen, zieren hier die bezauberndsten Köpfe von Star-TheoretikerInnen (von Adorno bis bell hooks) die downloadbaren Kärtchen und sind, ganz in der Tradition des guten alten Quartettspiels, mit „Strengths“, „Weaknesses“ und „Special Skills“ versehen.
Und es gibt noch mehr: „Keenly aware of the fluidity of social identities, this 6.5 inch Michel Foucault waves his baton in poststructuralist style at all challenges.“ Yes, Michel Foucault goes Action Man. Kleiner Wermutstropfen: Das intellektuelle Püppchen existiert bislang nur virtuell. Ungeachtet dessen verleihen wir das Prädikat: pädagogisch wertvoll.

Fast einen Monat nach den Anschlägen auf die Twin Towers des World Trade Centers in New York langen täglich immer noch 56.000 Briefe ein, die an MieterInnen in den Towers gerichtet sind. Verlangsamte, privatisierte Postämter? Oder hat sich’s irgendwie noch nicht so ganz herumgesprochen?

Die 11. These über Marvin Gaye: Die Sound-Mixer haben die Musik nur verschieden interpretiert, es kömmt aber darauf an, sie zu verändern. Im Mai 1971 erschien „What’s going on“ von Marvin Gaye. Musik, zumal die der AfroamerikanerInnen, ist seither nicht mehr dieselbe. Zum 30. Jubiläum erschien in diesem August eine CD-Sonderedition! Zusätzlich gibt es eine 2. CD mit Live-Aufnahmen von Gayes Bühnen-Comeback 1 Jahr nach dem Release. Auf CD1 findet sich neben dem remasterten Original der ursprüngliche Mix, welcher nachträglich auf Befehl von Berry Gordy „kommerzialisiert“ wurde!

Nachträglich auch: Happy Birthday „Sub“ und Captain Joghurt. Adam F, das außergewöhnliche Liebkind der US-Hip-Hop-Szene war zu diesem Zwecke in Wien wieder auf gewohnten Pfaden unterwegs. Sein Fitness-Trainer von einem MC und er selbst haben in einem Monat mit einer in Wien selten zuvor gesehenen Anzahl von erlesenen Drum ’n’ Bass-Events ein weiteres Highlight abgeliefert.

The Art of Noise: Richie Hawtin hat dieser Tage mit „DE9 – Closer to the edit“, sein neues Mix-Album herausgebracht. Der Dauerinnovator des Detroit Techno schaffte damit wieder einmal einen Schritt Richtung Zukunft und zerlegte über 100 Tracks in über 300 Loops. Keines länger als fünf Sekunden – wer sagt da, Techno sei tot?

Nach ihrem großartigen Debütalbum „Self Titled“ und der Nachfolgeveröffentlichung „From The Desk of Mr. Lady“ melden sich Le Tigre nun in neuer Formation – Kathleen Hanna, Johanna Fateman und JD Samson – mit „Feminist Sweepstakes“ zurück. Kathleen Hanna, bekannt als eine der Frontfrauen der Riot-Grrrl-Bewegung der 90er, scheint mit ihrer Band Le Tigre auch zunehmend Kooperationen mit europäischen Labels anzustreben: „Feminist Sweepstakes“ erscheint auf Chicks on Speed Records. Eine Vernetzung, die viele freuen wird.

Verrückt? Am 30.10. startete mit „Crazy“ die neue Dienstagsschiene im Flex. Neben den DJs der Deep House Mafia waren Mateo und Matos (Glasgow Underground) zu Gast. Am 6.11. werden Ian O’Brian (Peacefrog-London) und am 13.11. Naughty (Int. Gigolo Berlin) ebendort ihre neuen Tonträger präsentieren. Am 20.11. ist dann Electric Indigo (Female Pressure) zu Gast bei „Crazy“, am 27.11. Dixon (Sonarkollektix).

Und überhaupt Termine: Eins Zwo werden am 9.11. im Linzer Posthof und am 10.11. im Wiener WUK für den entsprechenden Jungs-Auftrieb sorgen, während die französischen Pop/Dance-Ätheriker Air es am 24.11. im Wiener Museumsquartier wohl etwas ruhiger angehen lassen werden.
Nur einen Tag später (25.11.) versprühen dann Stereo Total im Flex ihren frankophilen Charme.
Und noch einmal Hip Hop aus dem Deutsch rhymenden Norden: Fettes Brot gastieren am 5.12. im Kabelwerk in Wien und am 6.12. im Linzer Posthof.

Der Diskurs-Flügel der Wiener Musikszene (U & E) trifft sich unterdessen am 10.11. und 11.11. im mica (1070 Wien, Stiftgasse 29). „Das Unhörbare“ ist der Titel einer Veranstaltungsreihe, die u.a. das Zusammenspiel von Auge und Ohr thematisiert (Zitat Pressetext: „Orchester suchen nach Alternativen zu den angestammten Sitzreihen und Guckkastenbühnen, Veranstalter verlassen den vergoldeten Rahmen des Konzertsaales und entdecken das Setting von Industriehallen, Kinos, Parks, Museen und Club Locations. Kurz: Fast jede Musik wird Teil einer Inszenierung.“) Am 10.11. diskutieren dazu Rainer Bischof (Wiener Symphoniker), Lucas Fels (ensemble recherche, Freiburg), Christian Scheib (Musikprotokoll im steirischen herbst) und Erdem Tunakan (Cheap Records), während sich am 11.11. Jan Brachmann (Berliner Zeitung), Barbara Clausen (Austellungskuratorin, Amsterdam) Electric Indigo (Female Pressure), Bernhard Leitner (Univ. f. angew. Kunst, Wien) und Robert Spour (Komponist u. Medienkünstler, Wien) angeregt unterhalten werden.

www.girlgames.com – 18 Millionen Girls zwischen 10 und 19 Jahren in den USA telefonieren, simsen, mailen und wollen auch spielen, sie verfügen angeblich über 67 Milliarden Dollar. Deshalb will Girl Games Inc., L.A., Unternehmen unter die Arme greifen, um den Markt der weiblichen Jugend zu erschließen und besser zu verstehen (capitalize!). Mit Chat-Rooms (Planetgirl.com) quasi als Labors und anderen Forschungsprojekten will Girl Games „the voice of the female youth market“ sein und bedient damit Kunden wie Sony, Mattel und Fox mit kapitalisierenden und emanzipatorischen Tönen. „It’s our goal to ensure that girls are an integral part of the product development process.“

Eine unterhaltsame Website haben auch die Leute von Murmel-Comics eingerichtet. Unter http://murmel.antville.org/ kann man sich über Arbeits-, Lebens- und Leidenspraxis der Murmel-MacherInnen informieren. Ein neues hardcopy-Produkt aus ebendiesem Hause ist auch schon für die kommenden Wochen angekündigt. Thema (gerüchteweise): „Neu“.

Das ist vielleicht auch der geeignete Zeitpunkt bzw. Platz, um darauf zu verweisen, dass die Hobbythek (Seidengasse 15, 1070 Wien) nach einer ausgedehnten Sommerpause wieder jeden ersten Samstag im Monat (21 bis 03 Uhr) geöffnet hat. Infos und Plauschmöglichkeit diesbezüglich: www.hobbythek.at

Der Stermann/Grissemann-Effekt: Die „Schule für Dichtung“ musste eine Klasse ihrer virtuellen Akademie „wegen Überfüllung“ schließen. Betroffen ist die SMS-Klasse von Stermann/Grissemann ... Der Aufgabe „Verfassen sie einen SMS-Text, der gleichermaßen schockierend wie komisch ist (max. 120 Zeichen)“ nahmen sich gleich 200 Beiträge in nur zwei Tagen an. „Die Klasse braucht eine Pause und meditiert in der Zwischenzeit über ein Haiku“, erläuterte die SFD die eingeleiteten Notfallmaßnahmen. Die interessantesten Beiträge werden aber weiterhin über Infoscreen (Wiener U-Bahnen) publiziert.

PDAs nach PSION-Aus auf Software-technischer Abwärtsspirale? Nachdem diesen Sommer Psion das Ende von Entwicklung und künftiger Herstellung von Handheld-Geräten angekündigt hat, erleben wir einen Releases-Herbst ausschließlich mit Palm-Top-Geräten. Alle großen Hersteller bringen neue Modelle heraus. Die neueste US-Version des Multimedia-Gerätes (PEG-N760C) wurde auf online-Vertrieben gar schon 1 Monat vor der Auslieferung angeboten. Eine Europa-Version (770C) wird Ende Oktober zu haben sein. Palm, zuletzt mit schlechten Zahlen konfrontiert, bleibt mit der aktuellen Palette (V, m50x und m1xx) nicht nur hinter Sony, sondern auch hinter Visor als dem 2. großen Co-Benutzer des Palm-Betriebssystems zurück. Für 2002 wurde dort eine Smartphone/PDA-Symbiose namens Treo angekündigt: GSM-Handy, erweiterbar auf GPRS, inklusive aller PALM-Funktionalität! Die stets etwas scheel angesehene Windows-CE-Welt bekommt ebenfalls eine ganze Reihe von neuen Einwohnern: Casio, HP Jornada, Compaq und nun auch Olivetti. Psions Epoc-System, welches weiter entwickelt wird, erhält zur Zeit keine neue Plattform!

SuSE Linux 7.3. Ab 13. Oktober lieferbar ist die Letzt-Version der Linux-Distribution SuSE. Der Trend hin zur Workstation wird mit dieser Ausgabe fortgesetzt. Zusätzliche Multimedia-Funkitonalität wird angeboten. „Ab jetzt gilt: Linux für die ganze Familie!“ (O-Ton!).

Nokia 5510: Als RIAAs Albtraum könnte man das neueste GSM-Gerät von Nokia bezeichnen. Telefon, und folglich stets dabei, MP3-Player und Radio in einem. Schnell mal einen Track vom Radio aufgezeichnet, um ihn dann direkt mit anderen 5510s auszutauschen oder am PC in die MP3-Sammlung zu speisen!

Vienna Kaffeehaus Downtempo auch in der Business-Welt? Kaffetrinken in einem City-Büroshop in der Marc-Aurel-Straße ist jedenfalls gleichermaßen lustig wie skurril. Der Shop im Shop bietet auch Kulinaria aus der Toskana zum Mitnehmen an. Trink ich jetzt Capuccino oder kauf ich einen Palm? 1010 Wien, Marc-Aurel-Straße.

Südafrika: „Weiße“ und „Schwarze“ leben auf engem Raum miteinander, benutzen die gleiche Dusche, die gleiche Toilette. Erstmals seit Ende der Apartheid ist eine solche Nähe gegeben, und das auch noch ganz öffentlich: In Südafrika läuft Big Brother. Läuft als Quotenhit, wie anderswo auch. Nur die Website ist frequentierter. www.bigbrothersa.com hatte allein in den ersten Sendetagen über 32 Millionen Zugriffe. Schätzungsweise zu einem guten Teil von neugierigen Nasen von außerhalb. Big Brother in Südafrika – wie exotisch!

Der Präsident wird in seinem Wagen erschossen. Der Generalstaatsanwalt glaubt nicht an die Einzelgängertheorie, doch die ZeugInnen sterben ihm mehr oder weniger weg. „I wie Ikarus“ (je näher zur Sonne/Wahrheit ...), eine Parabel mit Yves Montand in wunderbaren 70er-Polit-Thriller-Farben, am 1.11. im TV (ARD, 00.50). Videorecorder anwerfen! Und außerdem hoffen, dass in etwa 15 Jahren das aktuelle Zeitgeschehen ähnlich fiktional und doch erhellend verfilmt wird.

Ursula Kubes-Hofmann: „Wohin und zurück. Politische Kommentare und kritische Essays“. Mit einer Einführung von Marlene Streeruwitz, im Milena Verlag erschienen. Politische Kommentare, kritische Essays, Erfahrung und kritisches Engagement sind die Kapitel der Textsammlung aus den letzten zehn Jahren. Es sammeln sich scharfsinnige Reflexionen in Form von zynischen Anmerkungen und satirischen Anregungen ebenso wie feministische Analysen und Perspektiven nicht nur zum Zeitgeschehen der vergangenen Dekade – vom Golfkrieg über den Internationalen Frauentag zum Spazierengehen auf den allwöchentlichen Donnerstagsdemonstrationen gegen die ÖVP-FPÖ-Regierung –, sondern auch zum Herrschaftsdiskurs in den Wissenschaften und zur Geschlechtermoral. Empfehlenswert.

„Morphadyke Madness“. Jennifer Miller präsentiert bei ihrem ersten Österreich-Besuch die einstündige One-Woman-Show „Morphadyke Madness“. Die extravagante Zirkusartistin, Gründerin und Direktorin des von homosexuellen KünstlerInnen betriebenen Circus Amok, ist eine der subversivsten Künstlerinnen New Yorks. Bei der eigenwilligen und verrückten Performance thematisiert sie Fragen der Selbstpräsentation und (Re-)Präsentation. Während sie Feuer schluckt, Glasscheiben zerkaut, mit messerscharfen Macheten jongliert und ihre persönlichen Erlebnisse als Bartträgerin erzählt, wird dem Publikum eine Lektion in Gender, Sexualität und Differenz erteilt. Lassen Sie sich verführen ...Mittwoch, 28.11. bis Freitag, 30.11.2001 im kosmos.frauenraum, Siebensterngasse 42, 1070 Wien, Tel. 01/5231226, www.kosmos.frauenraum.at

25. November bis 10. Dezember. 17 Fraueninitiativen organisieren 16 Tage lang rund um den internationalen Tag der Menschenrechte Veranstaltungen zum Thema „NEIN zu Gewalt an Frauen“. In Wien in
einem Theater, Kino, Uni-Institut, Frauenbüro, im Literaturhaus, in Veranstaltungsräumen,
in einer Buchhandlung ziehen sie „Frauenspuren durch die Stadt“ mit Performance, Diskussion, Vorträgen für Männer und Frauen oder
women only. Ausführliches Programm gibts
bei der aktionsgruppe frauen von amnesty
international. Tel. 01/780080 oder unter www.amnesty.at/ag-frauen.